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Hannover Plastikgeschirr verbieten? Bund und Land sind dafür
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00:35 05.05.2018
Deutschland, Hannover 02.05.2018 Plastikmüll in Hannover. Foto: Villegas Quelle: Villegas
Hannover

 Bund und Land begrüßen den Vorstoß der Europäischen Kommission, Einweggeschirr aus Plastik zu verbieten. „Es ist die beste Lösung, wenn die EU sich darum kümmert, denn Plastikmüll ist ein internationales Problem“, heißt es aus dem Bundesumweltministerium. Nationale Verbote seien nur eingeschränkt möglich, weil Produktregulierungen im Binnenmarkt auf europäischer Ebene erarbeitet werden müssten. „Alles, was verhältnismäßig ist und hilft, Plastikabfälle zu reduzieren, ist willkommen“, betont ein Sprecher.

Die EU-Kommission will einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge ein Verbot von Wegwerfgeschirr aus Plastik vorschlagen. Dazu zählen auch Trinkhalme und Pommesgabeln. Ein Sprecher der EU-Kommission betont, dass die Behörde ausschließlich ein Verbot solcher Produkte in Erwägung ziehe, für die es gute und preislich vergleichbare Alternativen gebe. Frühestens am 23. Mai werden die Vorschläge vorgestellt. Ein Verbot kann nur mit Zustimmung der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments zustande kommen.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) spricht sich ebenfalls dafür aus, die Verwendung von Kunststoff auf das nötige Maß zu begrenzen. „Plastikmüll ist zu einem großen Problem für die Umwelt geworden. Grundsätzlich ist ein Verbot von Einwegplastik immer dann sinnvoll, wenn es ökologisch vertretbare Alternativen gibt.“ Der Plastikmüll in den Meeren sei ein globales Thema, betont der Minister. „Alle müssen gemeinsam Mittel und Wege finden, diesen Irrsinn einzudämmen.“ Jeder Einzelne könne schon jetzt bewusst einkaufen und Plastik weitgehend vermeiden, zum Beispiel, indem er auf Plastikverpackungen und -tüten, aber auch auf Kaffeekapseln oder Einweg-Kaffeebecher verzichtet.

Der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck hat kürzlich eine Steuer für Wegwerfprodukte aus Kunststoff gefordert. Er kritisierte in diesem Zusammenhang, dass Erdöl, das für die Produktion von Kunststoff verwendet wird, anders als Öl für Kraftstoffe steuerlich bevorzugt wird. Der Abfallwirtschaftsbetrieb der Region Hannover, Aha, begrüßt Versuche zur Plastikvermeidung, warnt aber vor Euphorie. „Wenn Plastikgeschirr verboten wird, aber Einweggeschirr mit Plastikbeschichtung zulässig bleibt, kommt es zu reinen Verlagerungen, nicht zu einer richtigen Lösung“, sagt Sprecherin Helene Herich.

Der Gaststättenverband Dehoga Niedersachsen betont, die Gastronomie bemühe sich bereits um Alternativen. Ein Verbot träfe allerdings die gesamte Fast-Food-Gastronomie sowie Außenbewirtschaftung wie Biergärten, Foodtrucks, Weihnachtsmärkte und Schützenfeste. „Die Zulieferindustrie ist gefragt, uns Alternativen anzubieten“, sagt Renate Mitulla, Geschäftsführerin des Landesverbands. Manche Anbieter verwenden bereits Brotteig als Suppenteller, essbares Papier oder Trinkhalme aus Stroh.

Weiterlesen: So denkt Hannover über ein Verbot von Plastik-Geschirr

Von Bärbel Hilbig

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