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Hannover Polizeieinsätze bei Fußballspielen: Gewerkschaft fordert Kosten-Erstattung
Nachrichten Hannover Polizeieinsätze bei Fußballspielen: Gewerkschaft fordert Kosten-Erstattung
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17:43 08.04.2019
Die Kosten für die Risikospiele zwischen Hannover und Eintracht Braunschweig in der Saison 2016/17 betrugen 2,5 Millionen Euro. Quelle: Heusel
Hannover

Niedersachsens Polizei fehlt Geld für die Ausstattung und die Sanierung maroder Dienstgebäude – aber Rechnungen für die Polizeieinsätze für Hochrisikospiele der Fußballbundesligen will Innenminister Boris Pistorius (SPD) nicht an die Deutsche Fußball Liga (DFL) verschicken. Diese Einstellung hat jetzt zu massiver Kritik durch die Polizeigewerkschaft Bund deutscher Kriminalbeamter geführt. „Hier wird zusätzliches, der Polizei rechtlich zustehendes Geld einfach ausgeschlagen“, sagt Matthias Karsch, Niedersachsens Landesvorsitzender der Gewerkschaft.

Hintergrund des Streits ist eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Ende März hatten die Richter entschieden, dass Fußballvereine grundsätzlich an den Kosten für die Polizeieinsätze für Hochrisikospiele beteiligt werden können. Innenminister Pistorius hatte nach dem Urteil erklärt, Niedersachsen bleibe auch nach dieser Entscheidung dabei, die Kosten nicht in Rechnung zu stellen, weil man diesen Schritt weiterhin für falsch halte.

Bei Abstieg in die Zweite Liga drohen mehr Hochrisikospiele

Diese Haltung ruft den BdK-Niedersachsen auf den Plan. „Jeder Privatperson wird eine Rechnung geschickt, wenn die Polizei die Wohnungstür aufbrechen muss, weil die Alarmanlage ausgelöst hat. Warum wird bei Fußballeinsätzen ein Unterschied gemacht“, sagt Karsch. Die Polizei könne jeden Euro gebrauchen, beispielsweise für eine bessere Besoldung der Beamten oder die dringend fällige Sanierung von Dienstgebäuden. Würde sich das Land die Kosten für die Polizeieinsätze von der DFL zurückholen, könnte der Innenminister saftige Rechnungen schreiben. Allein die beiden Aufeinandertreffen zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig in der Zweiten Liga in der Saison 2016/17 wurden damals auf insgesamt 2,5 Millionen Euro veranschlagt. „Wenn Hannover jetzt erneut absteigen sollte, kommen auch wieder mehr Hochrisikospiele auf die Polizei zu“, sagt Karsch.

Er fordert den Innenminister auf, seine Entscheidung zu überdenken, zu korrigieren und den rechtlich möglichen Weg der DFL-Kostenbeteiligung an Fußballeinsätzen sofort zu beschreiten. Das Innenministerium konnte sich am Montag weder zu den Gesamtkosten für die Hochrisikoeinsätze in Niedersachsen in der vergangenen Saison noch zu den Kosten für den Sanierungsbedarf an Dienstgebäuden der Polizei im Land äußern.

Von Tobias Morchner

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