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Hannover Polizistenmord in Kirchrode jährt sich zum 30. Mal
Nachrichten Hannover Polizistenmord in Kirchrode jährt sich zum 30. Mal
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00:17 23.10.2017
Von Tobias Morchner
Der Tatort kurz nach den tödlichen Schüssen. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Dettmar gelang anschließend mit seinen Komplizen Wolfgang Sieloff und Klaus-Detlef Bergener die Flucht. Heute erinnert an der Stelle ein Gedenkstein an das traurige Verbrechen. Dort wollen am Sonntag Beamte des Landeskriminalamtes Niedersachsen, darunter auch Mitglieder der Spezialkräfte (SEK), ihrer ermordeten Kollegen gedenken.

Plötzlich fallen Schüsse

Der Einsatz hatte zunächst nach reiner Routine ausgesehen. Durch einen anonymen Anruf hatte der Kriminaldauerdienst (KDD) an jenem Tag gegen 17.30 Uhr einen Hinweis bekommen: In einer Seat-Werkstatt an der Ecke Döhrbruch/Brabeckstraße würden sich drei Männer treffen, bei denen es sich vermutlich um Autoknacker handele. Diesem Hinweis wollte die Polizei nachgehen. Die Recherchen des KDD ergaben, dass es sich bei den Männern vermutlich um Wolfgang Sieloff, Klaus-Detlef Bergener und einen weiteren Komplizen handelte. Sie waren durch diverse Raubüberfälle bekannt. Zur Unterstützung für den Einsatz in der Brabeckstraße forderte die Kripo die Kollegen vom Zivilstreifenkommando (ZSK) an, einem Vorläufer der heutigen Spezialkräfte (SEK). Ulrich Zastrutzki leitete diese Einheit. Unterstützt wurde er von Rüdiger Schwedow, weiteren ZSK-Kollegen und der Kripo.

Gegen 18.30 Uhr fuhr ein blauer Audi Quattro mit drei Personen auf das Firmengelände. Die Beamten der Spezialeinheit bereiteten sich auf den Zugriff vor. Plötzlich rollte der Audi allerdings wieder vom Hof. Möglicherweise waren die Täter gewarnt worden. Vor der Werkstatt stiegen Sieloff und Dettmar aus dem Audi und gingen zu Fuß weiter. Bergener raste mit dem Wagen davon. Streifenwagen nahmen die Verfolgung des Audi auf. Andere Beamte kümmerten sich um die zu Fuß flüchtenden Verdächtigen. Plötzlich wurden Schüsse abgefeuert. Ulrich Zastrutzki wurde von drei Kugeln getroffen. Rüdiger Schwedow starb durch einen Kopfschuss.

Rund 15 Stunden nach den Geschehnissen in der Brabeckstraße fanden die Ermittler Klaus-Detlef Bergener tot in der Straße Rote Reihe. Er hatte sich erschossen. Kurz darauf wurden Wolfgang Sieloff und Dirk Dettmar von Spezialkräften in Limmer festgenommen. Die beiden wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.

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