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Spontane Demo: 200 Kurden protestieren am Hauptbahnhof

Ernst-August-Platz Spontane Demo: 200 Kurden protestieren am Hauptbahnhof

Rund 200 Kurden haben am Dienstagabend spontan am Hauptbahnhof Hannover gegen das türkische Vorgehen im syrischen Afrin demonstriert. Die pro-türkische Organisation UETD plant wiederum am Mittwoch eine Demonstration am türkischen Generalkonsulat Hannover.

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150 Kurden demonstrieren am Dienstagabend spontan vor dem Hauptbahnhof Hannover (Symbolbild).

Quelle: Holger Hollemann

Hannover.  Nachdem Kurden bereits am Montagnachmittag am Klagesmarkt gegen das türkische Vorgehen in Syrien protestiert haben, sind am Dienstag vor dem Hauptbahnhof erneut kurdische Demonstranten zusammengekommen. Nach Polizeiangaben versammelten sich ab 18 Uhr rund 200 Protestler auf dem Ernst-August-Platz. Die unangemeldete Kundgebung stand unter dem Motto „Wir sind mit Efrîn / Überall ist Efrîn / Überall ist Widerstand“, nach Polizeiangaben verlief sie friedlich. Efrîn ist die kurdische Schreibweise für die syrische Region Afrin, in der die Türkei am Sonnabend eine Offensive gegen kurdische Milizen gestartet hatte.

Am Mittwoch wiederum will die pro-türkische Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) an der Christuskirche demonstrieren. Die UETD soll Erdogans Regierungspartei AKP nahestehen. Bei der Kundgebung unter dem Motto „Die Entwicklungen in der Region Afrin“ erwarten die Veranstalter rund 200 Teilnehmer. Auf Facebook heißt es in türkischer Sprache, es soll unter anderem gegen terroristische Organisationen protestiert werden – vermutlich ist damit die Kurdenmiliz YPG gemeint.

Angesichts der Massenschlägerei am Montagnachmittag zwischen Türken und Kurden im Terminal B des Flughafens Langenhagen reagiert die Polizei entsprechend auf die jüngste Demoanmeldung. „Wir werden die Kundgebung in angemessener Art und Weise begleiten“, sagt Behördensprecher Thorsten Schiewe, Details nennt er aus einsatztaktischen Gründen aber nicht. Gerüchte, wonach auch Kurden am Mittwochnachmittag einen Protest in der Innenstadt planen, konnte Schiewe auf HAZ-Anfrage nicht bestätigen. „Es ist nichts angemeldet“, sagt er.

Unterdessen dauern die Untersuchungen zur Schlägerei am Flughafen weiter an. „Die Ermittlungen laufen“, sagt Schiewe. Sie könnten noch Wochen dauern. Dutzende Kurden waren gegen 16.10 Uhr unangekündigt im Terminal B erschienen, um vor dem Schalter von Turkish Airlines gegen die türkische Politik zu protestieren. Daraus entwickelte sich die Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und türkischen Fluggästen, rund 180 Personen waren im Terminal B. Nach Polizeiangaben waren jedoch bloß 20 Menschen direkt in die Schlägerei verwickelt.

Die Polizei eilte mit rund 20 Einsatzfahrzeugen zum Flughaufen, auch die Bereitschaftspolizei rückte an. Die Beamten mussten Pfefferspray einsetzen, nach wenigen Minuten beruhigte sich die Situation. Zwei Personen wurden bei der Schlägerei leicht verletzt. Die Polizei ermittelt in vier Fällen von Körperverletzung und zwei Sachbeschädigungen. Die spätere Kurdendemo am Klagesmarkt mit etwa 240 Teilnehmern wiederum verlief friedlich. Für Sonnabend haben kurdische Jesiden eine Demonstration vor dem Hauptbahnhof in Hannover angemeldet.

Von Peer Hellerling

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