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Hannover Protest gegen Public Viewing in Linden wächst
Nachrichten Hannover Protest gegen Public Viewing in Linden wächst
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00:29 20.05.2018
Küchengartenplatz, Panorama-Fotos Küchengarten, Linden, Plätze Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Der Widerstand gegen das geplante Public Viewing zur Fußball WM auf dem Küchengartenplatz wächst, nicht nur unter Anwohnern, sondern auch in der Ratspolitik. Ein Dringlichkeitsantrag der Gruppe Linke/Piraten, die WM-Feier auf den Trammplatz zu verlegen, verfehlt am Donnerstag im Oberbürgermeister-Ausschuss knapp die Mehrheit. Nur das Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP hält dagegen, obwohl auch in den Reihen der Mehrheitsfraktionen Zweifel herrschen. Die Stadtverwaltung wird das Public Viewing auf dem Küchengartenplatz voraussichtlich genehmigen, wenn auch unter strengen Auflagen. „Wir behalten uns vor, die Zügel bei Bedarf enger zu ziehen“, kündigt der städtische Eventmanager Ralf Sonnenberg an.

Veranstalter ist Romec Manns vom Lindener Club Centrum. Manns hatte zuvor auf dem Lindener Markt regelmäßig gemeinsames Fußballgucken organisiert, jetzt will er auf dem Küchengartenplatz eine Großveranstaltungen mit bis zu 3000 Besuchern auf die Beine stellen. Aber auch auf dem Lindener Markt werden die Bildschirme eingeschaltet – von der Kneipe Gig. 

Kommunalpolitikern aus Linden wird das alles zu viel. „Immerhin handelt es sich um ein Wohngebiet“, sagt Grünen-Ratsherr Daniel Gardemin. Ihm sei der Unterschied zum Weißekreuzplatz, wo ein Public Viewing auf Wunsch des Bezirksrats wegen möglicher Lärmbelastung abgesagt wurde, nicht ersichtlich. Linken-Ratsherr Dirk Machentanz wundert sich, warum im Falle des Weißekreuzplatzes die Stadt auf das Votum des Bezirksrats hörte, aber im Falle des Küchengartenplatzes der Bezirksrat Linden-Limmer gar nicht erst gefragt wurde. „Die Stadt sollte ein zentrales Public Viewing auf dem Trammplatz ausrichten“, fordert Machentanz.

Das aber lehnt die Verwaltung ab, vor allem aus Kostengründen. Ein einziger Veranstaltungstag auf dem Trammplatz, etwa die Finalpartie, würde die Stadtkasse mit 60.000 Euro belasten, meint Sonnenberg. Überhaupt seien riesige WM-Feiern vor Leinwänden nicht mehr zeitgemäß. Auch die Fußball-Schau auf dem Küchengartenplatz werde kein Groß-Event. „Es werden Stühle für 1000 Zuschauer aufgestellt“, sagt Sonnenberg. Eine Veranstaltung mit überwiegend sitzendem Publikum sei erfahrungsgemäß ruhiger. Jedoch wird um den Platz kein Zaun gezogen, es bleibt also genug Platz für Stehpublikum. 

Zwischen 22 und 22.30 Uhr sollen die WM-Feiern auf dem Küchengartenplatz beendet sein, die Bildschirme werden kurz vor Anpfiff eingeschaltet und kurz nach Spielende abgestellt. Auf den Lärmpegel will die Verwaltung genau achten. „Die Anlage wird verblombt“, sagt Sonnenberg. Zudem müsse der Veranstalter einen Ordnungsdienst mit ausreichend Personal einrichten.

Die Auflagen beruhigen zumindest die SPD. „Wir glauben, dass das Public Viewing verträglich gestaltet wird“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Persönlich habe sie bereits viel positive Resonanz wahrgenommen, sagt die Lindener Ratsfrau.

Derweil wächst der Protest von Anliegern des Küchengartenplatzes gegen das zentrale Public-Viewing zur Fußball-WM 2018 in Hannover stark an. Mehrere Anwohner haben gegenüber der HAZ mitgeteilt, dass sie voraussichtlich Einspruch einlegen wollen, falls die Stadt die Genehmigung für das vom „Centrum“-Gastronom geplante Public-Viewing erteilt. „Der Stadtteil hat seine Grenzen in puncto Lärmbelästigungen längst überschritten“, sagt etwa Anwohnerin Susanne Maeter, die sich mit anderen zusammenschließen will. Anwohnerin Ruth Cordes schreibt in einer Stellungnahme, es gehe nicht an, dass „die Anwohnerschaft 25 Tage lang stundenlang beschallt werden soll; Anwohner, die abends erschöpft von der Arbeit nach Hause kommen“. Die Bewohner Lindens seien „ohnehin gebeutelt von den Partytouristen, die nachts alkoholisiert und zum Teil gröhlend durch die Straßen ziehen“. Und Ilka Schwarz schreibt: „Gerade viele Anwohner mit schulpflichtigen Kindern im Grundschulalter sind wütend bis verzweifelt“, und: „Es gibt in Hannover bestimmt Plätze, an denen eine solche Übertragung weniger störend wäre.“ Margit Munz findet: „Fast jede Nacht leiden wir unter Ruhestörungen vom Platz“, es könne nicht sein, dass „die Anwohner immer darunter leiden, wenn ein kleiner Teil der Stadtbewohner feiern möchte“. 

Von Andreas Schinkel und Conrad von Meding

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