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Hannover Bezirksrat stellt sich gegen Public Viewing auf Weißekreuzplatz
Nachrichten Hannover Bezirksrat stellt sich gegen Public Viewing auf Weißekreuzplatz
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00:17 20.04.2018
Der Bezirksrat Mitte legt sich fest: Auf dem Weißekreuzplatz soll es kein Public Viewing zur Fußball-WM geben. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

 Auf dem Weißekreuzplatz in der Oststadt soll es nach Meinung des Bezirksrates Mitte kein Public Viewing zur Fußball-WM im Sommer geben. Die Abgeordneten stellten sich einstimmig gegen den Plan von hannoverschen Gastronomen, dort eine öffentliche Veranstaltung für bis zu 2874 Menschen durchzuführen. Diese hatten geplant, auf dem Platz im Stile eines Biergartens Stühle aufzustellen  und ihn während des Turniers für etwa einen Monat einzuzäunen. Dieser Plan käme für den Weißekreuzplatz aber zu früh, meinen die Politiker. Der Platz habe in den vergangenen Jahren einige Widrigkeiten erlebt und brauche noch etwas Ruhe. 

Björn Hensoldt, Juniorpartner von Gastronom Ekkehard Reimann, sieht in seinem Vorhaben auch eine Chance, die Trinkerszene vom dem Weißekreuzplatz zu vertreiben. Bei einem Public Viewing werde zwar auch getrunken, allerdings würde sich das auf die Gäste beschränken. „Unserer Ansicht nach sucht sich die Trinkerszene dann neue Plätze“, erklärte Hensoldt. Auch solle das Konzept für die Veranstaltung dem Charakter der Oststadt angemessen sein, für die Sicherheit seien Kontrollen am Eingang und eine Nachtwache angedacht. Nach Beendigung der Spiele solle es darüber hinaus keine Lärmbelästigung mehr für Anwohner geben. 

Politik schlägt andere Plätze vor

Den Politikern genügten diese Pläne nicht, um ein Public Viewing auf dem Weißekreuzplatz gutzuheißen. Grundsätzlich habe wohl niemand im Bezirksrat etwas gegen eine derartige Veranstaltung, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Wilfried Engelke (FDP). „Aber man muss die spezielle Situation am Weißekreuzplatz sehen.“ Er erinnerte an das Protestcamp der Sudanesen, das dort über zwei Jahre die Rasenfläche belegte und am Ende von der Polizei geräumt werden musste. Zudem gebe es andere Plätze, die für ein Public Viewing geeignet seien, etwa den Goseriedeplatz am Steintor oder den Trammplatz am Neuen Rathaus. 

Wollten den Weißekreuzplatz in einen eingezäunten Biergarten verwandeln: Björn Hensoldt (von links), Winfried Kirchner und Simon Ario. Quelle: Samantha Franson

Als „frech“ bewertete die Abgeordnete Gunda Pollok-Jabbi die Idee, den Weißekreuzplatz einen Monat lang einzuzäunen und damit nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Zudem finde sie die Größe der Veranstaltung als Anwohnerin „unzumutbar“. „Und die Idee, die Trinkerszene mit Veranstaltungen zu vertreiben, finde ich nun wirklich amüsant“, ergänzte Pollok-Jabbi. Als das Masala-Festival auf dem Platz an der Lister Meile Station gemacht habe, habe die Trinkerszene „sowas von mitgefeiert“. Axel Hogh (Linke) erklärte, er sei als Anwohner von mehreren Nachbarn darauf angesprochen worden, gegen ein Public Viewing zu stimmen. Ein öffentliches Fußballschauen an zwei Abenden hätte er noch akzeptieren können. Aber: „Das Bild, das jetzt dargestellt wird, kann der Bezirksrat so nicht durchgehen lassen.“ 

„In den Mühlen der Verwaltung zermahlen“

Auch für die CDU kommt ein Public-Viewing an dieser Stelle zu früh. „Die Situation ist dort immer noch sehr angespannt“, sagte Bezirksratsmitglied Joachim Albrecht. „Diese Veranstaltung ist für den Platz zwei Nummern zu groß.

Etwas offener für die Initiative, den Weißekreuzplatz neu zu beleben, zeigte sich Christoph Baathe (Grüne). Ja, der Platz brauche noch Ruhe - „aber auch nicht zu sehr.“ Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch (CDU) stellte sich deutlich gegen öffentliche Fußballübertragungen auf dem Gelände. „Sie haben erlebt, dass Sie in den Mühlen der Verwaltung zermahlen worden sind“, sagte sie und lud die Gastronomen ein, neue Vorhaben frühzeitig beim Bezirksrat vorzustellen. „Wir sind nicht gegen Ihre Ideen“,sagte sie. „Wir sind mit Ihren nur viel zu spät in Verbindung gebracht worden.“

Von Nils Oehlschläger

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