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Hannover Radfahrer sauer wegen zahlreicher Schäden an Wegen
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00:19 02.06.2018
„Der Radweg ist doch von Steuergeld ausgebaut worden – warum wird er nicht repariert?“ Radfahrerin Ilse Merkel an der Südstädter Jordanstraße. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Es ist auffällig: In vielen innenstadtnahen Stadtteilen häufen sich notdürftig mit Asphalt geflickte Schadstellen auf Rad- und Fußwegen. Wenn dort Stadtwerke, Telekom oder Stadtentwässerung neue Rohre oder Leitungen verlegt haben, müssten sie sich eigentlich um die finale Wiederherstellung kümmern – und die Stadt das überwachen und anmahnen. Weil es aber in den vergangenen Jahren „umfangreichen Leitungsbau mit zahllosen Straßenaufbrüchen“ gegeben habe, komme die Stadt derzeit mit der Kontrolle nicht hinterher, sagt Sprecherin Michaela Steigerwald. Man wolle versuchen, „den Rückstand in den nächsten Monaten abzuarbeiten“.

HAZ-Leserin Ilse Merkel passiert fast täglich solche Schadstellen auf dem Fahrrad. Zum Beispiel, wenn sie auf der Jordanstraße gegenüber der Feuerwache Südstadt den Radweg nutzt. Eigentlich handelt es sich um einen gut ausgebauten Weg aus blauen und roten Klinkersteinen. Doch seit einigen Jahren prangt gegenüber der Feuerwehrzufahrt ein großer Fleck Asphalt, auch die danebenliegende Grünfläche ist nach Bauarbeiten nicht wieder hergerichtet worden. „Der Radweg ist von Steuergeld ausgebaut worden“, sagt Merkel und findet: „Dann muss das Unternehmen, das ihn für einen Leitungsbau zerstört hat, ihn doch auch wieder in den guten Zustand mit Klinkersteinen zurückversetzen.“

Sie kann noch mehrere solcher Schadstellen benennen, unter anderem an der Bahnunterführung Berliner Allee oder an der Einmündung der Welfenstraße in die Hamburger Allee. „Dort ist es besonders schlimm“, sagt sie: Eine riesige Fläche ist mit Asphalt ausgebessert, sogar der Bordstein nur mühsam in Asphalt nachmodelliert. „Das kann doch kein Dauerzustand sein“, empört sich die 77-Jährige.

Tatsächlich dürfen Bauunternehmen, die städtische Straßen oder Wege aufreißen, die Löcher zunächst provisorisch mit Asphalt verschließen. Sie verpflichten sich aber, diese möglichst kurzfristig wieder herzustellen. Grundsätzlich werde das durch die Mitarbeiter der städtischen Straßenerhaltungsbezirke überwacht, sagt Sprecherin Steigerwald. Vor allem in Mitte, List und Südstadt aber bestehe derzeit ein „Rückstand an Wiederherstellung“. Oft gebe es dafür Gründe: An der Einmündung der Welfenstraße etwa müssten Autospuren gesperrt werden für die fachgerechte Wiederherstellung, dafür solle ein Termin in den Ferien gewählt werden. Manchmal aber komme die für den Aufriss verantwortliche Firma aber auch schlicht „seiner Verpflichtung nicht zeitnah nach“, wie etwa an der Berliner Allee.

Das gilt auch für die Schadstelle in der Jordanstraße. Dort habe die Stadtentwässerung gearbeitet, heißt es bei der Stadt. Offenbar wurde die Wiederherstellung schlicht vergessen – und mangels Kontrolle auch nicht angemahnt. Nach der HAZ-Anfrage soll zumindest das jetzt zügig behoben werden: Bis zum Ende dieser Woche soll der Radweg wieder in ordentlichem Zustand sein.

Von Conrad von Meding

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