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Hannover So schlecht sind die Zähne der Kindergartenkinder
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17:30 16.04.2018
Bei der Zahngesundheit von Kindergartenkindern in der Region Hannover gibt es große Unterschiede. Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Die Region Hannover hat in einem Bericht die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung zusammengefasst. Darin ist auch der Zustand der Zähne der Kindergartenkinder erfasst. Und der ist zum Teil nicht so gut.

Jedes vierte Kind in der Region Hannover leidet an Karies. Das geht aus einem Bericht der Region Hannover hervor, der die Ergebnisse zahnärtzlicher Untersuchungen von 470 Kindertagesstätten in Hannover und Umland zusammenfasst. Demnach haben im Schnitt nur 73,4 Prozent aller untersuchten Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren ein sogenanntes naturgesundes Gebiss. Der Rest von 26,6 Prozent wurde schon einmal wegen Karies behandelt oder sollte wegen aktueller Beschwerden einen Zahnarzt aufsuchen.

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Auch lassen sich aus der Statistik die Ergebnisse für die einzelnen Städte und Gemeinden ablesen. Die Kinder mit den gesündesten Zähnen kommen aus Gehrden, hier haben 84,2 Prozent ein makelloses Gebiss. Am drastischsten ist die Lage in Garbsen. Bei nur 60,9 Prozent der untersuchten Jungen und Mädchen hatten die Zahnärzte bei der Untersuchung nichts zu beanstanden. Die Region sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem sozialen Status der Eltern und dem Zustand der Zähne ihrer Kinder. Familien, die arm oder weniger in der Gesellschaft integriert sind, kümmern sich demnach weniger um die Mundhygiene ihrer Söhne und Töchter.

In der Zahnarztpraxis von Miryia-Elena Walter im Shopping-Plaza in Garbsen wird der Bericht der Region bestätigt. „Ich denke, die Werte spiegeln die Situation ganz gut wieder“, sagt die angestellte Zahnärztin Alina Woyciechowski. Sie erklärt den schlechten Zustand der Kinderzähne auch mit einem möglichen Migrationshintergrund der Eltern. „In manchen Ländern ist es nicht so üblich, zur zahnärztlichen Kontrolle zu gehen“, sagt sie. Auch Prophylaxe sei für viele im doppelten Sinne ein Fremdwort, denn viele Eltern wüssten durch mangelnde Sprachkenntnisse nichts von den Möglichkeiten, einer Karieserkrankung zuvorzukommen. 

Leiden Kinder zwischen drei und sechs Jahren an Karies, kann das weitreichende Auswirkungen auf deren weiteres Leben haben. „Die Kinder haben Schmerzen und können die Sprache nicht richtig erlernen, weil die Zunge die Sprachstellungen nicht richtig formen kann“, sagt Woyciechowski. Außerdem schämten sich die Kinder wegen ihres Aussehens. Und auch bei einem Befall von Milchzähnen drohen den Kindern bleibende Schäden, warnt die Zahnärztin. Sei die Zahnwurzel betroffen, könne das zu Fehlbildungen der bleibenden Zähnen und Kieferfehlstellungen führen.

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Den gute Zustand der Kinderzähne in Gehrden erklärt der dort ansässige Zahnarzt Immo Geisenhainer auch mit guter Beratung und aufgeschlossenen Eltern. „Es ist auch so, dass 20 Prozent der Kinder 80 Prozent der Löcher haben“, sagt er. Erwähnten Patienten während der Behandlung, dass sie bald Nachwuchs erwarteten, bekämen sie von ihm und seinen Kollegen in Gehrden gleich einen Rat zur Prophylaxe bei Kleinkindern mit auf den Weg. „Das Entscheidende ist aber die Ernährung“, sagt Geisenhainer. Man solle Kinder nicht an süße Nahrungsmittel gewöhnen und statt Limonade, Eisetee oder Fruchtsäften lieber Wasser zu trinken geben. Obst sei für die Zähne hingegen ungefährlich, da die Säuren gebunden seien. 

Auch die Atmung spielt laut Geisenhainer eine wichtige Rolle bei der Mundhygiene. Atmeten Kinder durch den Mund, trockne der Speichel aus. „Der verliert dann den vor Karies schützenden Effekt“, sagt der Zahnarzt. Zudem sollten Kinder, sobald sie die Zahnpasta ausspucken könnten, nach dem Putzen nicht mit Wasser nachspülen. So könne das Karies-Risiko um 40 Prozent reduziert werden. Kinder sollten allerdings eine altersgerechte Zahnpasta benutzen, während auch Erwachsene nach dem Zähneputzen nicht spülen sollten.

Von Nils Oehlschläger

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