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18:09 28.11.2018
Eine Hebammenzentrale soll es werdenden Eltern in der Region Hannover künftig einfacher machen, eine Hebamme zu finden. Quelle: dpa
Hannover

Das wochenlange, oft verzweifelte Suchen schwangerer Frauen in der Region Hannover nach einer Hebamme hat ein Ende. Eine Hebammenzentrale soll künftig dafür sorgen, dass die werdenden Mütter auf der Suche nach Unterstützung nicht mehr wie bislang selbst Hebamme um Hebamme abtelefonieren müssen. Sie sollen sich stattdessen in der Zentrale melden und so schnell wie möglich eine freiberufliche Hebamme vermittelt bekommen. Einen entsprechenden Antrag von SPD und CDU hat der Sozialausschuss der Region jetzt einstimmig beschlossen. Werdende Mütter in der Region bezögen während der Schwangerschaft ihr Wissen oft nur noch über das Internet, weil sie einfach keine Hebamme fänden, sagte die sozialpolitische Sprecherin der SPD, Elke Zach. Gerade bei Problemschwangerschaften sei es ein unhaltbarer Zustand gewesen, dass Eltern Listen mit bis zu 50 Adressen abtelefonieren mussten, argumentierte die sozialpolitische Sprecherin der CDU, Michaela Michalowitz: „Das wird jetzt einfacher werden.“ Die Hebammenzentrale, eine Kooperation des Niedersächsischen Hebammenverbandes und Pro Familia Niedersachsen, soll ihre Arbeit bereits Anfang 2019 aufnehmen. Im Haushalt werden bis 2021 dafür 360000 Euro bereitgestellt. Die Regionsversammlung muss noch zustimmen. Hebammenzentralen gibt es nach Angaben der Regionsverwaltung unter anderem bereits in Oldenburg, Osnabrück, Wesermarsch, Leer und Friesland.

Bislang telefonierten schwangere Frauen in der Region im Schnitt 40, manchmal sogar 60 bis 80mal, um jemanden für Schwangerenvorsorge und Wochenbettbetreuung zu finden, sagte Susanne Huhndorf, Kreisvorsitzende Region Hannover des Niedersächsischen Hebammenverbandes. Viele fingen in der 5., 6., Woche an, also direkt nach dem Frauenarztbesuch mit der Verkündung der frohen Nachricht. Wer in der 8., 9. Woche beginne, komme oft schon zu spät, sagte Huhndorf: „Ich bin bis Juli 2019 ausgebucht.“

Selbstständige Hebammen könnten der Zentrale künftig freie Zeiten melden, sagte die Vorsitzende des Niedersächsischen Hebammenverbandes, Veronika Bujny. Hebammen sollen zudem Schwangere persönlich oder telefonisch beraten und über Beratungs- und Betreuungsangebote aufklären. Neuen Hebammen könne die Zentrale zudem als Netzwerkstelle durch Kontakte zu Institutionen im Gesundheitsbereich den Einstieg erleichtern. Die gesetzliche vorgeschriebene, flächendeckende Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen mit Hebammen sei in der Region nicht mehr sicher gestellt, sagte Bujny. Viele Hebammen gingen bald in den Ruhestand, das werde die Situation verschärfen.

Von Jutta Rinas

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