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Hannover Region springt bei Sprachförderung ein
Nachrichten Hannover Region springt bei Sprachförderung ein
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00:38 17.06.2018
Sprachförderkräfte wie Elisabeth Seydel helfen Kindern beim Deutschlernen. Quelle: PATRICIA CHADDE
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Hannover

Die Region will ihre Sprachförderung im Kindergarten aus eigenen Mitteln fortsetzen, denn mit dem neuen Kita-Gesetz ab 1. August droht ein Großteil der Landesförderung für die beiden Programme der Region wegzufallen. Die Landesregierung will das Gesetz kommende Woche beschließen. Der Jugendhilfeausschuss hat jetzt einstimmig befürwortet, die erfolgreiche Sprachförderung dauerhaft zu sichern, abschließend entscheidet die Regionsversammlung am 26. Juni.

„Die Sprachförderung ist ein immens wichtiges Thema. Wenn wir diese Kinder nicht schon sehr frühzeitig unterstützen, sind die Auswirkungen später um so schwerwiegender“, betont Andrea Hanke, die neue Regionsdezernentin für Soziale Infrastruktur. Die Region setze sich schon seit vielen Jahren für die individuelle und vor allem frühe Sprachförderung in Kitas ein. „Der Bedarf ist eindeutig da – die Zahl der Kinder mit Schwierigkeiten steigt, die Anforderungen in den Kitas werden immer höher“, erläutert Hanke. Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen in der Region Hannover zeigen, wie notwendig solche Angebote sind. So steigen die Sprachentwicklungsprobleme der Kinder jährlich, allein in dem Einschulungsjahrgang 2017/2018 nahmen rund 2.300 Kinder an der vorschulischen Sprachförderung teil.

Mit zwei Programmen reagiert die Region auf die Anforderungen. Bei der „Individuellen Sprachförderung“ arbeiten Fachkräfte der Region gezielt mit Kindern an ihren Problemen. Im aktuell laufenden Kita-Jahr sind 330 Kinder in der Förderung, 245 sprechen kein oder nur mangelhaft Deutsch, weil sie aus Einwandererfamilien stammen. Der Bedarf ist bereits jetzt deutlich größer. Mit dem zweiten Programm „Wortschatz“ qualifizieren Sprachberaterinnen der Region Fachkräfte in der Kita, damit sie Kindern die deutsche Sprache altersgerecht im Alltag vermitteln. Seit 2012 haben die Mitarbeiterinnen 80 Kindertagesstätten mit insgesamt rund 750 Erzieherinnen in die Weiterbildung einbezogen. Fest eingeplant ist die Qualifizierung bereits in neun weiteren Kitas mit rund 90 Fachkräften, auf der Warteliste ab 2019 stehen 60 weitere Pädagogen.

Die Landesregierung stellt jedoch ihre Förderung um, weil sie die Sprachförderung im Jahr direkt vor der Einschulung von den Grundschulen in die Kitas verlagert. Die von der Aufgabe entlasteten Lehrerinnen können wieder im regulären Unterricht eingesetzt werden, dafür sollen die Erzieherinnen die Vorschulkinder verstärkt beim Deutschlernen unterstützen.

Die individuelle Sprachförderung will das Land gar nicht mehr unterstützen, die Qualifizierung der Fachkräfte in Kitas nur begrenzt. Die Region rechnet deshalb nur noch mit rund 260.000 Euro statt bisher 650.000 Euro. „Außerdem plant das Land, die wenigen verbleibenden Mittel ausschließlich im Bereich der vorschulischen Sprachförderung einzusetzen – gerade aber Sprachbildung sollten Kinder so früh wie möglich erfahren“, kritisiert Dezernentin Hanke.

Von Bärbel Hilbig

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