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Hannover Region gibt sozialen Gründern Starthilfe
Nachrichten Hannover Region gibt sozialen Gründern Starthilfe
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00:50 20.04.2018
Wollen sozialen Gründern Starthilfe geben: Hafven-Geschäftsführer Jonas Lindemann, Regionswirtschaftsdezernent Ulf Birger-Franz, Heike Fliess vom Amt für regionale Landesentwicklung und Projektleiter Oliver Brandt (von links). Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

 Gründer mit gemeinnützigen Geschäftsideen bekommen bald Anschub von der Region Hannover. In einem Social Innovation Center, einem Kreativzentrum für Soziales also, erhalten angehende Unternehmer ab Herbst kostenlose Begleitung zur Entwicklung ihres Vorhabens bis zur Marktreife. Bewerben können sich Start-Ups mit ganz unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, wenn sie soziale Aufgaben angehen. So wünscht Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz sich mehr Integrationsbetriebe, die Menschen mit Handicap nach der Ausbildung auf dem regulären Arbeitsmarkt beschäftigen. Ein Beispiel dafür bietet das Café Anna Blume am Stöckener Friedhof, in dem Mitarbeiter mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten. „Wir wollen genau für solche Geschäftsmodelle Menschen motivieren“, erklärt Franz. 

Gefragt sind Geschäftsideen, die Zuwanderer oder Langzeitarbeitslose in Beschäftigung bringen. Oder auch neuartige Produkte, die Senioren beim Leben in der eigenen Wohnung unterstützen. Oder Pflegekräfte bei ihrer Arbeit entlastet. „Denkbar ist ebenfalls, durch Digitalisierung altersgerechte Arbeitsplätze zu gestalten“, erläutert Projektleiter Oliver Brandt. An der Leibniz-Universität entwickeln Studenten im Verein Enactus ehrenamtlich Geschäftsideen mit sozialem Anspruch. So will der Verein gemeinsam mit der Caritas Seifenreste aus Hotels neu verwerten. „Wir wollen Leute mit solchen Ideen stärker in der Region verankern“, sagt Brandt. Als ein leuchtendes Beispiel nennt er das Sozialkaufhaus Fairkauf, das etliche Arbeitsplätze für Menschen geschaffen hat, die vorher nur schwer Fuß fassen konnten.  

Ab Herbst durchlaufen die ausgewählten Gründerteams drei Monate lang ein kostenloses Programm im Kreativzentrum Hafven. Den Co-Working- und Makerspace haben bereits soziale Start-Ups für den Weg in die Unternehmensgründung genutzt. Die Firma Heyho stellt in Lüneburg handgeröstetes Biomüsli her und beschäftigt dafür ehemals Obdachlose, seelisch Erkrankte und Flüchtlinge, die mehr als den Mindestlohn verdienen.

Das Amt für regionale Landesentwicklung finanziert das auf zwei Jahre angelegte Social Innovation Center mit 187.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds. In dem Modellprojekt kooperieren Region, Wirtschaftsförderung Hannoverimpuls, Hochschule Hannover, Landesinitiative Niedersachsen generationengerechter Alltag (Linga) sowie Hafven. 

Potentielle Gründer können sich bei der Auftaktveranstaltung am Dienstag, 5. Juni,  von 17 bis 20 Uhr in Haus der Region an der Hildesheimer Straße 18 informieren.  

Von Bärbel Hilbig

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