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Hannover GVH: Nur noch drei Tarifzonen für Stadt und Umland
Nachrichten Hannover GVH: Nur noch drei Tarifzonen für Stadt und Umland
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00:27 07.04.2018
Die Region will das Tarifsystem vereinfachen. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

 Die Region Hannover will das umständliche Tarifsystem im öffentlichen Nahverkehr vereinfachen. In Zukunft wird das Gebiet der Region in drei Zonen aufgeteilt, die für Monatskarten (Cards) und Einzelfahrscheine (Tickets) gleichermaßen gelten. Das kündigte Regionspräsident Hauke Jagau bei der Vorstellung der Nahverkehrsbilanz an. Gleichzeitig verwahrt Jagau sich aber gegen Forderungen aus der hannoverschen Ratspolitik nach Billigtickets im Stadtgebiet für 365 Euro im Jahr. „Jede Veränderung kann erhebliche Finanzauswirkungen haben. Deshalb sollten Politiker nicht Dinge vorschlagen, die sich nicht realisieren lassen.“ Die Region plant einen weiteren Ausbau des Nahverkehrs. Die steigenden Kundenzahlen ziehen bereits jetzt jährlich einen steigenden Zuschussbedarf nach sich (siehe Beitext). „Wir wollen für die wachsende Bevölkerung einen guten Nahverkehr bieten. Das hat mit Nachhaltigkeit zu tun.“

Im Tarifsystem gibt es bisher für Monatskarten vier Tarifzonen. Hannover zerfällt in eine innere und äußere Zone. Daran schließt sich im Umland ein engerer und ein weiterer Ring an. Für Einzeltickets gibt es dagegen regionsweit nur drei Zonen – das gesamte Stadtgebiet Hannovers ist eine davon. Das ist nicht nur für Touristen schwer zu durchdringen und führte häufig zu Kritik. 

Bis zur Angleichung dauert es allerdings noch: Erst ab Januar 2020 wird es nur noch drei Tarifzonen in der gesamten Region geben. Die Regionsversammlung wird zunächst über den Vorschlag der Verwaltung beraten und darüber entscheiden. „Wir müssen dann alle Abonnenten anschreiben sowie das elektronische und gedruckte Informationsmaterial überarbeiten“, erklärt Ulf-Birger Franz, Dezernent für Wirtschaft und Verkehr der Region. Außerdem braucht die Region die Genehmigung der Landesnahverkehrsgesellschaft für die Umstellung.

 Dabei soll darauf geachtet werden, dass es bei der Angleichung der Tarifzonen nicht zu Preiserhöhungen für Umlandbewohner kommt. So will die Regionsverwaltung vorschlagen, dass eine Monatskarte (Mobilcard) im Jahresabo in Hannover für eine Zone rund 56 Euro kosten könnte, eine Zone im Umland dagegen möglicherweise nur rund 35 Euro, weil das Angebot in der Landeshauptstadt deutlich größer ist. Eine Jahresabo-Monatskarte für zwei Zonen beliefe sich nach bisherigem Stand auf rund 76 Euro, wenn Hannover eingeschlossen ist. Liegen beide Zonen im Umland, dürfte die Card rund 50 Euro kosten. Eine Mobilcard für die gesamte Region könnte im Abo rund 93 Euro, ohne Abo 109 Euro kosten. Für Einzeltickets sind für eine Zone 2,70 Euro, für zwei Zonen 3,50 Euro und für drei Zonen 4,40 Euro zu zahlen.

Zahl der Fahrgäste und Zuschüsse steigt

Die Fahrgastzahlen im Großraum-Verkehr Hannover sind seit Gründung der Region von 160 Millionen Menschen im Jahr 2001 auf 217 Millionen im Jahr 2017 gestiegen.  Auf der Schiene, also bei Stadtbahn und S-Bahn/Eisenbahn, gibt es weiter hohe Zuwächse, der Busverkehr stagniert. „In Orten, die per Bus angefahren werden, sinkt die Einwohnerzahl. Neue Siedlungen entstehen entlang der Schienen“, erläutert Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. Die Region plant jährlich weiteres Wachstum mit zusätzlichen Fahrzeugen und Angeboten.

Gleichzeitig steigen die Zuschüsse der Region für den Nahverkehr, die 2017 bei fast 140 Millionen Euro lagen. Für dieses Jahr kalkuliert die Region knapp 160 Millionen Euro ein. Zusätzlich zahlt die Region jährlich 40 Millionen für das Schienennetz der Üstra sowie 16 Millionen für neue Hochbahnsteige. Die Kunden selbst kommen für rund 60 Prozent der Kosten auf. In den Zuschüssen enthalten sind steigende Kosten für Schülermonatskarten, die bei 26 Millionen Euro im Jahr liegen. Die noch neue, stark subventionierte Jugendnetzkarte kostet die Region im ersten Jahr wohl 5 Millionen Euro, Tendenz steigend. Der Sozialtarif für Bedürftige schlug 2017 mit 11,7 Millionen Euro zu Buche. 

Von Bärbel Hilbig

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