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Hannover Stadt verzichtet auf Flüchtlingsheim
Nachrichten Hannover Stadt verzichtet auf Flüchtlingsheim
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16:35 08.08.2018
Auf dem Parkplatz vor den Terrassenhäusern im Kneippweg hätte das Containerdorf für Flüchtlinge errichtet werden sollen. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Die umstrittene Flüchtlingsunterkunft im Kneippweg in Ricklingen wird nun doch nicht gebaut. Die Stadtverwaltung nimmt Abstand von dem Vorhaben, das bei Anwohnern massive Proteste auslöste. Das geht aus einer vertraulichen Verwaltungsunterlage hervor. Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (SPD) begrüßt die Entscheidung. „Modulbauten für eine begrenzte Dauer von drei Jahren hätten wenig genützt“, meint er.

Durch die Planungen für das Ricklinger Heim sind bereits Kosten entstanden. 337.000 Euro kann die Stadt abschreiben. Die Schadenssumme kann sich bis maximal 1,65 Millionen Euro erhöhen, sollte es der Stadt nicht gelingen, aus bestehenden Verträgen ohne größere Schwierigkeiten auszusteigen. Das gesamte Bauvorhaben hätte 6,65 Millionen Euro verschlungen.

Als vor drei Jahren rasch Unterkünfte für eine Vielzahl von Asylsuchenden gefunden werden mussten, kam der Standort Kneippweg ins Spiel. Der Bezirksrat Ricklingen schlug einen Parkplatz gegenüber mehrerer Terrassenhäuser als Standort vor. Doch es hagelte Protest von Anwohnern. Sie argumentierten unter anderem, dass der Parkplatz für Badegäste des Ricklinger Bads gebraucht werde. Der Bezirksrat hielt am Standort fest, begrenzte aber die Größe des Wohnheims auf 80 Plätze und die Dauer des Containerdorfs auf drei Jahre. Der Widerstand hielt an, der Baubeginn verzögerte sich.

Bezirksbürgermeister Markurth ist froh, dass die Stadt jetzt die Reißleine gezogen hat. Der entstandene Schaden für die Stadt sei hinnehmbar. „Die Verwaltung musste genau abwägen“, sagt er. Nicht abzusehen war, wie sich die weltpolitische Lage entwickele und damit auch die Zahl der Flüchtlinge.

Von Andreas Schinkel

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