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Hannover War der Sommer in Hannover wirklich so mies?
Nachrichten Hannover War der Sommer in Hannover wirklich so mies?
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18:39 21.09.2017
Von Mathias Klein
Quelle: HAZ/M

So begann der Sommer

Der Höhepunkt des Sommers war schon vorbei, bevor dieser so richtig begonnen hatte: Am 19 Juni, einem Montag im kalendarischen Frühjahr, war es schon morgens um 5.30 Uhr 20 Grad warm, und das Thermometer kletterte steil nach oben – bis auf knapp 33 Grad in den Nachmittagsstunden. Zwar waren noch keine Sommerferien, aber die Freibäder meldeten Rekorde. Dienstag und Mittwoch ging es dann so ähnlich weiter. Und dann war es schlagartig mit dem schönen Wetter vorbei. Am Donnerstag setzte am Nachmittag heftiger Starkregen ein: Ein schweres Unwetter fegte über Stadt und Umland hinweg. Innerhalb von wenigen Minuten waren in Hannover mehr als 25 Liter Regen pro Quadratmeter herunter gekommen, das entspricht ungefähr einem Drittel der sonst üblichen Gesamtregenmenge im Juni. Regionsweit musste die Feuerwehr rund 600-mal ausrücken, zahlreiche Straßen waren durch den Sturzregen überflutet, Keller standen unter Wasser, entwurzelte Bäume versperrten Straßen.

Freibadbetreiber: Dieser Sommer war eine „Katastrophe“

Mit dem für dieses Jahr üblichem Sommer-Wetter ging es weiter: Bedeckter Himmel, mal Sonne, mal Regen, mal wärmer, mal kühler. „Wir hatten dieses Jahr nicht einmal ein stabiles Hoch über Mitteleuropa“, sagt der Leiter des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg, Alexander Hübener. Andere nennen das einfach „schlechtes Wetter“ oder „mieser Sommer“. Die Freibadbetreiber nannten es in diesem Jahr „Katastrophe“. Dabei fällt die Bilanz des Meteorologen Hübner zum heutigen kalendarischen Herbstanfang gar nicht so schlecht aus, wenn man die Zahlen für Temperatur und Sonnenscheindauer betrachte. Im Juni, Juli und August, von den Meteorologen als Sommermonate bezeichnet, gab es in Hannover insgesamt 584,5 Sonnenstunden, das sind 92 Prozent der sonst üblichen Menge. „Die Abweichung ist eigentlich kaum spürbar“, meint der Meteorologe.

Entgegen dem Gefühl vieler Menschen, war der Sommer in Hannover zu warm: Die Mitteltemperatur in den drei maßgeblichen Monaten lag bei 17,8 Grad, das sind 1,2 Grad mehr als im langjährigen Mittel. Im Vergleich am wärmsten war es im Juni, fast 2 Grad mehr, als sonst üblich.

Hochwasser prägte den Spätsommer

Dramatisch sind die Abweichungen beim Niederschlag: Im Juni haben die Meteorologen 146 Prozent der sonst üblichen Menge gemessen, im August 122 und im Juli sogar 253 Prozent. Zwar gab es in diesem Sommer mit 51 Tagen nur wenig Regentage mehr als sonst, aber wenn es regnete, kamen oft riesige Mengen herunter. Heftige Niederschläge in Südniedersachsen führten Ende Juli zu einem kräftigen Anstieg der Wasserstände von Leine und Ihme – und zu zahlreichen Überschwemmungen in und um Hannover.

Und das hatte noch eine weitere unangenehme Folge für viele Menschen: wegen des vielen Wassers und der recht hohen Temperaturen konnten sich die Mücken gut vermehren.

Deutliche höhere Niederschlagsmengen: Dennoch war der Sommer insgesamt aus Sicht des Meteorologen Hübener eher durchschnittlich. „Die Menschen haben beim Sommer eine hohe Erwartungshaltung“, sagt er. Und die stimme nur selten mit dem üblichen mitteleuropäischen Sommer überein.

Ähnlich äußert sich Eisdielenbetreiber William Olivotti: „Der Sommer ist in Hannover eben so, wie er ist“, sagt der Betreiber der Eisdiele „Soravia“ in Hannover-Kirchrode. Seit über 50 Jahren lebt Olivetti hier in Deutschland, „aber eigentlich sie die Sommer selten anders gewesen, als in diesem Jahr“, sagt er.

So wird das Wetter im Herbst

Der goldene Herbst lässt noch auf sich warten. Am Sonnabend soll zwar zeitweise die Sonne scheinen, aber für Sonntag erwarten die Meteorologen viele Wolken und mit maximal 16 Grad einen recht kühlen Tag, möglicherweise kann es auch regnen. In der kommenden Woche könnte es dann sowohl mit dem Sonnenschein als auch mit den Temperaturen nach und nach wieder aufwärts gehen. Allerdings gibt es ein unkalkulierbares Risiko: der Hochnebel. Die Meteorologen können nicht berechnen, ob es die Sonne schafft, diesen Dunst aufzulösen oder nicht, deshalb machen sie in dieser Jahreszeit, wie sie selbst sagen, häufig „Nebellotto“, also eher ein Ratespiel ob der Tag diesig bleibt oder sonnig wird.

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