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Hannover Totenstille statt Feierstimmung bei der SPD
Nachrichten Hannover Totenstille statt Feierstimmung bei der SPD
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00:17 27.09.2017
Von Gunnar Menkens
Große Enttäuschung bei der SPD im Alten Magazin. Quelle: Philipp Von Ditfurth
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Hannover

Nach einer halben Stunde begann das Aufbäumen, jedenfalls der Versuch. Es war der Moment, als Herbert Schmalstieg das Mikrofon in die Hand nahm und etwa 200 Gästen Mut machen wollte. „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Wir werden in Niedersachsen stärkste Kraft werden“, sagte Hannovers früherer Oberbürgermeister. Er markierte die AfD als politischen Feind. Man müsse verhindern, dass diese Partei „mit ihren faschistischen Typen“ in den Landtag komme.

Aber nicht alle waren bereit, die Situation zu kommentieren. Yasmin Fahimi etwa, Bundestagskandidatin im Süden Hannovers, reagierte trotz ihres persönlichen Vorsprungs beim Direktmandat genervt auf Fragen zum Wahlergebnis. „Es ist ein bitteres Ergebnis für die SPD“, erklärte die frühere Generalsekretärin der Bundes-SPD knapp. Es gebe aber keine schnellen Antworten. Minuten zuvor war aus Berlin die Nachricht gekommen, dass die SPD keine Große Koalition mehr wolle. Die richtige Entscheidung? Fahimi sagte: „Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, über eine Große Koalition nachzudenken.“

Andere Genossen hatten das schon allein durch ihren Beifall bekundet, als die Entscheidung aus Berlin kam. Raus aus dem Bündnis, das die SPD im Bund ins Unglück stürzte – das scheint die Parteiseele zu treffen. Hannovers SPD-Parteichef Alptekin Kirci bestätigte das, auch der Juso-Vorsitzende Adis Ahmetovic: „Das ist ein Erdrutsch. Wir brauchen einen kompletten Neuanfang in der Opposition.“ Bei Martin Schulz, dem Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten, suchte niemand die Schuld, man hält ihn für den geeigneten Mann als Oppositionsführer.

Schmalstieg analysierte das Ergebnis so: Die SPD habe in der Koalition hervorragende Politik gemacht, durch die „Sozialdemokratisierung der CDU“ habe der SPD dies jedoch nichts genützt. Oberbürgermeister Stefan Schostok sagte nach dem ersten Schock im Scheinwerferlicht einer schnell zusammengestellten Runde: „Es ist den Rechtsnationalen gelungen, Verunsicherung zu schüren.“ Es sei nicht mehr um Ergebnisse von Politik gegangen. Es blieb an diesem Abend Sozialdemokraten fürs Erste der Blick auf den 15. Oktober, den Tag der Landtagswahl. Stephan Weil werde Ministerpräsident bleiben, versicherte man sich eilig.

Große Enttäuschung bei der SPD im Alten Magazin. Quelle: Philipp Von Ditfurth
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