Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover SPD soll AfD-Beraterin unter Druck gesetzt haben
Nachrichten Hannover SPD soll AfD-Beraterin unter Druck gesetzt haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 10.10.2017
Von Andreas Schinkel
SPD-Politikerin Hülya Iri. Quelle: Christian Link
Anzeige
Hannover

Bei einem nicht-öffentlichen Empfang soll SPD-Politikerin Hülya Iri ein beratendes Mitglied der AfD-Fraktion massiv unter Druck gesetzt haben. Tatsächlich hat Beraterin Tatyana Hilscher-Bogussevich kurz danach ihr Amt für die AfD niedergelegt. Die SPD dementiert den Vorgang. „Wenn Sie weiterhin mit der AfD zusammenarbeiten, bekommen Sie in Hannover keinen Job mehr“, soll Iri zur frisch nominierten Beraterin gesagt haben. Das berichtet AfD-Ratsherr Tobias Braune, ebenfalls Mitglied des Internationalen Ausschusses. „Zudem hat Iri angeboten, dass die Beraterin zur SPD wechseln könne“, sagt Braune. Beraterin Hilscher-Bogussevich sei daraufhin sichtlich irritiert gewesen und habe ihm ein paar Tage später mitgeteilt, sie wolle zurücktreten.

Beratende Mitglieder haben kein Stimmrecht. Sie werden von einer Fraktion nominiert, sind aber nicht an ihre Weisungen gebunden. Hilscher-Bogussevich will sich zu dem Vorfall öffentlich nicht äußern. Sie bedauere, zwischen die politischen Fronten geraten zu sein, lässt sie ausrichten.

Aus der Sicht von Ratsfrau Iri stellt sich der Vorgang anders dar. „Ich habe Frau Hilscher-Bogussevich nur darüber aufgeklärt, dass sie die AfD berät“, sagt Iri. Das sei der Politikwissenschaftlerin offenbar nicht klar gewesen. Hilscher-Bogussevich sei davon ausgegangen, dass sie die SPD-Fraktion im Ausschuss beraten soll, meint Iri.

Darüber kann AfD-Mann Braune nur den Kopf schütteln. Er habe zuvor mit der ehemaligen OSZE-Mitarbeiterin gesprochen, um sie für eine Beratertätigkeit zu gewinnen. „Ihr war klar, welcher Partei ich angehöre“, sagt Braune.

Der Vorgang hat zuletzt sogar den Rat beschäftigt. Die AfD verlangte eine Entschuldigung, SPD-Fraktionschefin Christine Kastning hielt dagegen. Danach griff die AfD das Thema auf, verschickte Pressemitteilungen und veröffentlichte ihr Statement im Internet.

Ratsfrau Iri bekommt inzwischen bearbeitete Fotos zugeschickt, auf denen ihr Gesicht mit blauen Flecken übersät ist. „Das darf nicht so weitergehen“, sagt sie. Für ihren Ausschusskollegen von der AfD gehen solche Attacken entschieden zu weit: „Das ist nicht in Ordnung.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Handballer des HSV Hannover kamen sich vor wie in einem Actionfilm. Bei der Auswärtsfahrt nach Flensburg stürmte die Polizei in voller Einsatzmontur ihren Mannschaftsbus. Der kuriose Grund: Die Beamten hatten die Handballer für gewaltbereite Fußball-Fans des SV Werder Bremen gehalten. 

07.10.2017

Nach dem Sturmtief "Xavier" kehrt am Hauptbahnhof Hannover langsam wieder so etwas wie Normalität ein. Am Donnerstag waren rund 10.000 Personen gestrandet, weil die Bahn den Zugverkehr in Norddeutschland eingestellt hatte. Noch immer müssen Bahnreisende mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. 

07.10.2017

Die Ratsfraktion der CDU hat Oberbürgermeister Stefan Schostok dazu aufgerufen, den städtischen Zuschuss für das Jugendzentrum Kornstraße zu streichen. Dort finde der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein Rote Hilfe Unterschlupf, begründen dies die Christdemokraten.

Andreas Schinkel 10.10.2017
Anzeige