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Hannover Fans schießen Selfies mit Elyas M'Barek im Astor
Nachrichten Hannover Fans schießen Selfies mit Elyas M'Barek im Astor
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14:30 31.10.2017
Von Ronald Meyer-Arlt
Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Sein größter Fan mag sich nicht zu Wort melden. Also übernimmt die allerbeste Freundin. Sie meldet sich, als das Publikum Fragen zum Film stellen darf. Aber sie hat gar keine Frage zu „Fack ju Göhte 3“, der gerade im Astor-Kino zu sehen war. Und sie hat auch keine direkte Frage an Elyas M'Barek, der zusammen mit Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin unterwegs ist, um Werbung für den Film zu machen. Sie sagt nur: „Ich habe mich für meine Freundin gemeldet, die ein großer Fan von Elyas M'Barek ist. Ihr ganzes Zimmer hängt voll mit Bildern von Elyas und sie redet jeden Tag von ihm, echt, jeden Tag.“ Die Angesprochene scheint in ihrem Sitz versinken zu wollen.

Bora Dagtekin, der im Saal unterwegs ist, um das Publikum zu befragen, hält ihr das Mikrofon hin. Sie bringt keinen Ton heraus. Er sagt: „Voll süß. Sie weint.“ Elyas M'Barek, der unten auf der schmalen Bühne vor der riesigen Leinwand steht (und erstaunlicherweise gar nicht klein wirkt), sagt, dass sie ruhig zu ihm runterkommen könne. Dann könne man vielleicht ein Foto machen. Das Mädchen kann es gar nicht fassen. Schweigend und sehr sehr unsicher wankt es die lange, lange Treppe bis zur Bühne herunter. „Sollen wir einen Krankenwagen rufen?“ fragt M'Barek. Das ist nicht nötig, der langsame und vorsichtige Gang des Mädchens hat auch etwas damit zu tun, dass es jeden Schritt bis zur Bühne mit dem Handy filmt.

Überhaupt halten fast alle Besucher der beiden „Fack ju Göhte 3“-Vorstellungen im Astor, bei denen sich Elyas M'Barek und Bora Dagtekin kurz blicken lassen, fast die ganze Zeit über die Handys hoch. Das macht das allgemeine Ausrasten, das die Moderatoren der Veranstaltung mehrfach einfordern, ein bisschen kompliziert. Applaus mit Handy in der Hand ist schwierig. Aber Kreischen geht. Jedenfalls nach Aufforderung.

Im Kino 7 und Kino 8, in denen „Fack ju Göhte 3“ zu sehen ist, befinden sich vielleicht zehn bis zwölf Väter, sieben Jungs und zehn Lehrerinnen – der Rest sind Mädchen. Und sie sind wegen Elyas M'Barek hier, der in dem Film den Lehrer Müller spielt, der widerwillig, aber dann doch auch leidenschaftlich jeden Schüler zum Abi pusht. Irgendwie scheint er sexy zu sein, der Film jedenfalls spielt damit: Elyas M'Barek ist unter der Dusche zu sehen, und in der Szene, in der die Schüler ihm ein Zäpfchen verabreichen wollen, sieht man seinen nackten Po.

Aber das kann doch dieses Übermaß an Zuneigung nicht erklären, die ihm auch hier im Astor in Hannover entgegenschlägt. Im Gespräch wird deutlich: Es ist nicht sein Po, es ist sein Lachen. Das schießt blitzschnell hervor. Das ist entwaffnend. Und es ist von solcher selbstverständlichen Lockerheit, wie kaum ein anderer Schauspieler sie zu erzeugen in der Lage ist. Und irgendwie auch erdig, berlinisch, wie von nebenan.

In den Kinogesprächen mit Regisseur und Autor Bora Dagtekin hat Elyas M'Barek oft Gelegenheit, sein bezwingendes Lachen zu zünden. Bora Dagtekin kommt aus Hannover. Er erzählt, dass „Fack ju Göhte 3“ eigentlich in Hannover hätte gedreht werden sollen. Das habe allerdings nicht geklappt, weil die Filmförderung in Niedersachsen zu knausrig gewesen sei. So wurde halt in München gedreht. Aber es wäre schon toll gewesen, wenn sich die Figuren am Kröpcke oder „Unterm Schwanz“ getroffen hätten.

Elyas M'Barek versteht das nicht: „Herr Kröpcke, wer ist das?" Und: „Unterm Schwanz?“ Soll man das bei Youporn suchen? Rätselhaftes Hannover. Schnell noch ein Foto mit den Zuschauern gemacht, dann geht’s weiter nach Wolfsburg.

Gekommen sind der Hauptdarsteller und der Autor mit dem Hubschrauber. Kurz vorher war Kinobesuch in Münster. Bora Dagtekin sagt den schönen Satz. „Als ich damals aus Hannover mit meinem klapprigen Opel Astra herausgefahren bin, hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich 14 Jahre später mit Elyas M'Barek im Hubschrauber zurückkehren werde. Nun wird sie der Hubschrauber oder der Limousinenservice weiter nach Wolfsburg bringen.

Und der größte Fan wird sich die Bilder des Tages in seinem Zimmer anschauen können. Unter den Bildern von Elyas M'Barek.

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