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Hannover In vierter Generation Schuhe auf allen Kanälen
Nachrichten Hannover In vierter Generation Schuhe auf allen Kanälen
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00:51 02.05.2018
Schuh Neumann in der Innenstadt feiert 115jähriges Jubiläum. Kleine Tour mit Frau Barth und Inhaber Carsten Obermeier. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

 Der Buchstabe „S“ im Firmenlogo  an der Fassade ist schon öfter geändert worden. Mal schwungvoll mit Schlaufe, mal zurückhaltend schlicht beginnt es den Namen des Geschäfts: Schuh Neumann. Jetzt wird wieder Hand an die markanten gelben Buchstaben auf grünem Grund angelegt, denn das Geschäft wird 115 Jahre alt – und ist immer noch in Familienhand. Die Zahl der inhabergeführten Geschäfte ist immer weniger geworden, rund um den Platz der Weltausstellung halten sich die Namen aber bislang wacker. 

Große Veränderungen wird es beim Logo aber nicht geben. „Grundsätzlich bleiben aber Leuchtreklame, Lettern und Las Vegas-Stern“, betont Personalchefin Anke Ellen Barth. Aber zum kleinen, runden Geburtstag habe eben auch ein kleines Facelift angestanden.

Geschäft 1903 in Peine eröffnet

1903 haben August und Marie Neumann ihr Schuhgeschäft zunächst in Peine gegründet, drei Jahre später wurden Filialen in der Nicolai- und der Nordmannstraße und später an der Limmerstraße in Hannover eröffnet. Neumanns Sohn Adolf und Gattin Gertrud übernehmen 1933 die Geschäftsleitung der Firma Schuh-Neumann. Alle drei Geschäfte wurde 1943 zerstört,  ein neues Geschäftshaus entsteht zunächst an der Osterstraße.  Tochter Ingrid Neumann steigt in die Firma ein, die dritte Generation vervollständigen zwei Schwiegersöhne von Adolf und Gertrud Neumann.  

1955 übernehmen die Inhaber das sogenannte Salzmannhaus an der Seilwinderstraße und bauen auf dem Grundstück auf vier Etagen neu, auch das Nachbargebäude wird erworben.  Bis 1975 wird das Haus fünfmal umgebaut und neuen Trends angepasst. Immer wieder erweitern und erneuern die Geschäftsführer das Traditionsgeschäft, 1992 tritt mit dem bis heute amtierenden Geschäftsführer Carsten Obermeier die vierte Generation ins Unternehmen ein. 

„Im Jahr 2012 haben wir noch einmal alles komplett umgekrempelt“, betont der Hausherr.  Modernes Grau und Hannover-Bilder prägen das Erdgeschoss. „Wir sind stolz darauf in Hannover zu sein, das wollen wir hier auch zeigen“, betont Anke Ellen Barth. Das Traditionshaus wolle ankämpfen gegen den Ruf altbacken zu sein. „Natürlich sind wir hier nicht nur sehr breit aufgestellt sondern auch modisch auf dem neuesten Stand.“ Und die Kunden seien nur zu einem geringen Teil Senioren. Rund 50 Mitarbeiter sind auf drei verwinkelten Etagen für die Kunden da, bei Schuh-Neumann gibt es auch noch die sogenannten Bedienhocker und natürlich ausgebildete Schuhfachverkäufer. „Manches ist hier noch wunderbar retro“, schwärmt Barth mit Blick auf die eingebauten Vitrinen, die auf halber Treppe das neueste Sortiment präsentieren. 

Geschäftsführer Obermeier möchte seine Kunden am liebsten vor Ort begeistern. „Meine Strategie lautet `riechen,fühlen schmecken´.“ Ihm ist nicht nur wichtig, passgenaue schöne Schuhe mit Fachberatung anzubieten, sondern auch ein beglückendes Einkaufsgefühl zu vermitteln und als Gastgeber aufzutreten. „Ich möchte mit Menschen arbeiten und nicht nur Pakete verschicken.“  Dem Online-Geschäft kann sich angesichts der starken Konkurrenz von Anbietern wie Zalando oder Amazon aber auch Schuh-Neumann nicht ganz verschließen. „Wir sind jetzt schon für unsere Kunden auf allen Kanälen erreichbar“, betont Barth. Der Handel drehe sich sehr schnell, man müsse im Blick behalten, wie man ich darauf einstellt. Aus diesem Grund gehört Schuh-Neumann auch mit zu einem Verbund, der die Ware online an die Kunden bringt. „Ich muss gestehen, da bin ich ein bisschen getrieben“, sagt Obermeier. Der Online-Vertrieb falle ihm persönlich schwer. „Ich möchte lieber den Kunden noch vor Ort überzeugen.“

Dreieck der Traditionshäuser

Das klappt auch bislang ganz prima, die Lage im „Bermuda-Dreieck“ der  familiengeführten Traditionshäuser sei sehr gut, es gebe viel Stammkundschaft, „aber auch auf Laufkunden sind wir dringend angewiesen“, betont der Geschäftsführer. Er selber trägt selbstverständlich nur Schuhe aus dem eigenen Haus, „ich habe noch nicht mal Badeschlappen fremdgekauft.“ Eine fünfte Generation gibt es übrigens auch bereits, „aber da ist noch gar nichts entschieden.“

Jetzt wird erstmal gefeiert, am Sonnabend, 5. Mai, vor Ort an der Seilwinderstraße 7 mit besonderen Angeboten und besonderen Überraschungen. 

 

Von Susanna Bauch

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