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Hannover Für 4500 Erstklässler in Hannover startet die Schule
Nachrichten Hannover Für 4500 Erstklässler in Hannover startet die Schule
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00:18 13.08.2018
Juhu, ich komme in die Schule: Johanna Kindel (6) feiert am Wochenende ihre Einschulung. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Rund 4500 Erstklässler starten in diesem Sommer in Hannover ins Schulleben. Eine davon ist Johanna Kindel. Endlich. Für die Sechsjährige ist Sonnabend ein großer Tag. Ihre Großeltern, Paten und Freunde kommen, um mit dem Mädchen aus Laatzen-Rethen die Einschulung zu feiern. Die neue Grundschule liegt nicht um die Ecke, sondern in Döhren, die Kardinal-Bertram-Schule in der Loccumer Straße. Johannas Eltern Burkhard (50) und Tanja (43) haben sich bewusst für eine katholische Grundschule entschieden. Ihnen gefiel die offene, freundliche Art, die familiäre Atmosphäre, da dort es dort nur zwei Klassen pro Jahrgang gibt, aber auch die christliche Grundhaltung. Ihre Tochter war auch schon in einem kirchlichen Kindergarten.

Tanja Kindel selbst hat auch eine katholische Grundschule und später die St.-Ursula-Schule besucht. Sie hat damit sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Aber Johanna solle ihren eigenen Weg gehen, sagt sie, ob der am Ende der Grundschule weiter ins katholische Schulwesen führe, sei noch unklar. Schön wäre es.

„Die Fröhlichkeit behalten“

Aber den Eltern ist eines viel wichtiger als dass sie möglichst schnell lesen und rechnen lernt: „Johanna soll ihre Fröhlichkeit behalten“, sagt Vater Burkhard, „das wünsche ich mir.“

Johanna freut sich aufs Lesenlernen, ihre Lieblingsbücher sind „Drache Kokosnuss“ und „Petronella Apfelmus“. Die Abenteuer von dem kleinen Feuerdrachen und der Hexe, die in einem Apfel lebt, werde sie hoffentlich bald selbst lesen können. Ihren Namen kann sie schon schreiben, obwohl der ganz schön lang ist. Buchstaben möge sie lieber als Zahlen, sagt sie, aber wer weiß, ob das so bleibt.

Inklusion andersrum

In Niedersachsen dürfte das einmalig sein: Seit 2016 gibt es an der Mira-Lobe-Förderschule, die von Diakovere in Mittelfeld betrieben wird, auch eine inklusive Oberschule. In diesem Schuljahr startet erstmals eine 7. Klasse. Insgesamt werden in der Oberschule 57 Schüler unterricht, davon 18 mit und 39 ohne Behinderung. Normalerweise öffnen sich Regelschulen für beeinträchtigte Kinder, hier hat sich eine Förderschule für Kinder ohne Handicap geöffnet. Die inklusive Mira-Lobe-Grundschule gibt es schon seit 2010. Für Diakovere-Geschäftsführer Ulrich Spielmann ist der Inklusionseffekt messbar: „Keiner der Grundschüler mit Förderbedarf wechselt nach Klasse 4 in eine Förderschule. Sie gehen entweder in Integrierte Gesamtschulen oder auf unsere eigene Oberschule.“

Der Bedarf sei groß, sagt Schulleiterin Linda Töllner. Bei Familien mit Kindern ohne Behinderung gebe es doppelt so viele Anmeldungen wie Plätze, bei Familien mit behinderten Kindern sogar dreimal so viele. dö

Johanna hat erst vor gut drei Wochen ihren 6. Geburtstag gefeiert. Das neue Schulgesetz ermöglicht es Eltern, deren Kinder zwischen dem 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden, sie ohne Angabe von Gründen vom Schulbesuch zurückstellen zu lassen. Vater Burkhard sagt, er finde es gut, dass Eltern jetzt diese Flexibilität hätten, wenn sie meinten, dass ihr Kind noch nicht schulreif sei. „Das nimmt Druck aus der Familie.“ Bei Johanna war es jedoch keine Frage, ob sie noch im Kindergarten bleiben solle. Sie ist fit für die Schule.

Feiern Sie mit Ihren Kindern den Schulstart!

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Familie Kindel feiert mit Grillen und Eis

Die Kardinal-Bertram-Schule hat sie schon bei einem Tag der offenen Tür kennengelernt und war dabei besonders von dem Drehstuhl im Klassenraum und der Turnhalle angetan. Ihre Klassenlehrerin Frau Riemenscheider hat sie auch schon getroffen, die hatte ihr in den Ferien sogar einen Brief geschrieben mit einem Steinweg, bei dem die Kinder die einzelnen Steine, symbolisch die Tage bis zur Einschulung, bunt anmalen konnten. Die Sechsjährige weiß, dass sie in die Dachsklasse, die 1a, kommt. Sie weiß, dass ihr Ranzen Pferdeaufkleber hat. „Nur den Inhalt ihrer Schultüte kennt sie noch nicht“, sagt Mutter Tanja Kindel schmunzelnd.

Nach Gottesdienst und Einschulung feiert die Familie mit rund 20 Gästen im eigenen Garten: „Wir grillen, es gibt Kaffee und Kuchen und hinterher Eis“, sagt Johannas Mutter, „alles kindgerecht, so wie Johanna am liebsten mag.“

Von Saskia Döhner

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