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Hannover Eine neue Mensa für gleich vier Schulen
Nachrichten Hannover Eine neue Mensa für gleich vier Schulen
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14:15 27.09.2018
Die neue Mensa in Misburg hat 5 Millionen Euro gekostet. Quelle: Frank Wilde
Misburg

Nach fünf Jahren Planung ist die neue Mensa im Schulzentrum Misburg fertig. Rund 1700 Schüler von vier Schulen können hier seit diesem Schuljahr essen, die Grundschüler von der Kardinal-Galen-Schule und der Pestalozzischule –beide mit offenem Nachmittagsangebot – genauso, wie die Größeren von der Realschule Misburg und dem Kurt-Schwitters-Gymnasium, beides teilgebundene Ganztagsschulen. Es gibt 300 Sitzplätze, gegessen wird in mehreren Schichten. Bis zu 900 Essen können an einem Tag ausgegeben werden.

Es ist eine der größten Schulmensen in Hannover. Als neues „Herzstück des Schulzentrums“ bezeichnete Oberbürgermeister Stefan Schostok bei dem feierlichen Festakt mit vielem künstlerischen Darbietungen der Schüler den 5 Millionen teuren Neubau. „Wir haben hier sehr gern investiert.“ Der Neubau ist nicht nur Mensa, sondern auch Stadtteilzentrum, mit flexiblerer Einrichtung und Multifunktionsbühne mit 400 Sitzplätzen. „Das Schulzentrum ist fit gemacht für die kommenden Jahre und die Anforderungen des Ganztagsbetriebs.“

Schulmensa und Stadtteilveranstaltungszentrum

„Das Haus schottet sich nicht ab, es kommuniziert in hohem Maße mit seiner Umgebung“, sagte Architekt Thomas Fischer. Fünf Jahre dauerte die Planung des Baus, entstanden ist ein helles, lichtdurchflutetes Gebäude, eine Nutzfläche von mehr als 1000 Quadratmeter, große Fenster, darüber eine Schatten spendende Pergola. Eine Klimaanlage ist nicht nötig. Der pavillonartige Speiseraum wird von einem eingeschossigen Baukörper „durchdrungen“, heißt es in der Beschreibung der Stadt, in dem sich Eingang sowie die Küche befinden.Die „parkähnliche“ Atmosphäre um das „neue Herz des Schulzentrum“ kann man im nächsten Frühling mehr genießen als im Herbst.

Kathrin Becker, Direktorin des Kurt-Schwitters-Gymnasiums, sagte, die Schüler seien immer länger in der Schule : „Die Schule wird immer mehr zu einem zweiten Zuhause für die Kinder, und wir sollten alles dafür tun, dass es sich auch so anfühlt.“ Sie lobte die enge Abstimmung zwischen Stadt, Architekten und Schulen, fast alle Wünsche seien umgesetzt worden. Nur die eigene Schulküche, die sei leider nicht gebaut worden.

Die Mensa soll als Bindeglied zwischen den vier Schulen fungieren. Große und kleine Schüler sollen zusammen essen können. „Für den Standort Misburg ist das eine Aufwertung“, sagte Becker. Die vier Schulleiter verstehen sich jedenfalls prächtig, wie sie bei der Übergabe der symbolischen Riesenschlüssel zeigten, die OB Schostok ihnen gab.

Kommentar: Ein Vorbild für andere Schulen

Eine Mensa für jüngere und ältere Schüler, die viel mehr ist als nur ein Speisesaal, die auch Veranstaltungsraum für den Stadtteil ist – die neue Mensa im Schulzentrum Misburg überzeugt. Nachahmung empfohlen. Sie könnte ein Beispiel sein für andere Schulen in der Stadt.

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Kommunalpolitiker über den dämmenden Effekt des Fußbodenbelags oder die richtige Form der Bühne stritten. Das helle, freundliche Gebäude, das nach fünf Jahren Planung und 5 Millionen Euro Investition entstanden ist, lehrt Kritiker, dass auch in einem jahrzehntealten Schulzentrum die Zukunft gelebt werden kann. Eine gemeinsame Mensa, in der Realschüler und Gymnasiasten, Zweitklässler und Neuntklässler an einem Tisch sitzen, stiftet Gemeinschaftsgefühl – und das ganz nebenbei, ohne verordnete gemeinsame Unterrichtseinheiten. Das, was gewaltig klingt – 300 Sitzplätze, 900 Essen am Tag – wirkt auf einmal gar nicht mehr so groß. Die Mensa verbindet, im buchstäblichen wie im übertragenen Sinne.

Und der Stadtteil gewinnt auch, nämlich einen Veranstaltungssaal mit 400 Plätzen. Es wird Zeit, dass Schulen sich dem Viertel öffnen, und damit sind nicht nur die Sporthallen gemeint, die abends von den Vereinen mitgenutzt werden. Vielleicht diskutieren in der neuen Misburger Mensa bald das erste Mal Bürger über neue Ideen für ihr Quartier. Die Umgebung jedenfalls lädt dazu ein.

Von Saskia Döhner

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