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Hannover So gruselig ist "Horror" im Theater am Aegi
Nachrichten Hannover So gruselig ist "Horror" im Theater am Aegi
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17:55 13.09.2017
Theater am Aegi: Horror - Ein atemberaubender Albtraum Live On Stage ab 16 Jahre (HC)Foto: Samantha Franson Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Vielleicht wird es hier doch ungemütlich. Rauch steigt auf, es wird dunkel, und dann flüstert eine Besucherin auch noch: „Ich habe Angst.“ Es herrscht so etwas wie angespannte Stille im Publikum, manche machen nervös Witze, bevor es endlich losgeht.

„Horror“ heißt das Stück, das jetzt im Theater am Aegi zu sehen ist. Die Produktion des schwedischen Theatermachers Jakop Ahlbom, die schon in London und Amsterdam Furore gemacht hat, kombiniert raffiniert psychologischen Horror mit handfesten Splatterszenen: Das Blut fließt in Strömen, es gibt Untote und eine unschuldige Protagonistin mit Kindheitstrauma. Mindestens 16 Jahre muss man alt sein, damit man sich das Stück anschauen darf.

Gruseln wie im Kino

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die in das Haus ihrer Familie zurückkehrt, in dem sie als Kind sadistisch gequält wurde. Das Gebäude scheint verlassen, als sie es mit ihren beiden Freunden erreicht, doch schnell merkt sie: Etwas stimmt nicht. Bald werden die Besucher von Untoten heimgesucht, die aus dem Sofa oder dem Wandschrank kriechen und aus der Badewanne steigen. Und dann tauchen auch die mechanisch-wirkenden Eltern und die Reinkarnation der jungen Frau auf, die mit langen dunklen Haaren und weißem Kleid aussieht wie Samara Morgan aus dem Horrorklassiker „The Ring“.

Und das ist nicht die einzige Parallele zum Filmgenre: Inhaltlich wie szenisch schöpft Ahlbom aus dem Fundus populärer Horrorfilme. Die Übertragung auf die Theaterbühne gelingt dem studierten Pantomime beeindruckend. Einmal kriecht beispielsweise eine Hand über die Bühne und versucht, die Akteure zu erwürgen. Die Spielräume sind dabei durch eine Wand getrennt, die mal durchsichtig ist und mal als Leinwand dient.

Die Zeiten verschwimmen

Die Frau erinnert sich langsam an die schauerlichen Kindheitserlebnisse. Dramaturgisch wird das durch Szenenwechsel zwischen Erlebnissen als Kind und den Hauserkundungen der jungen Frau dargestellt. Beide Zeiten scheinen jedoch auch parallel zu existieren und verschwimmen immer mehr miteinander, die Bühnen-Realität wird so immer surrealistischer. Dazu flirren Lichter, die Geräuschkulisse ist laut, mal ist es stockdunkel, mal gleißend hell auf der Bühne - die Mittel sind alles andere als spärlich. Die Lichtwechsel sind plötzlich und erschrecken zuweilen, wenn plötzlich die strenge Mutter hinter der jungen Frau steht.

Tanzen und Schlachten

Es gibt wiederkehrende Motive, die an die Kindheit der Frau erinnern wie Spieluhrmusik und splatterhafte Musik wie „Crazy Horses“ von The Osmonds. Die beeindruckende Wirkung von „Horror“ ist aber auch den überzeugenden Schauspielern geschuldet.

Angst vor dem Stück braucht man aber nicht zu haben: Manche Szenen sind so übertrieben, dass sie eher slapstickhaft wirken. Das Publikum lacht, als der Vater einem Mann mit schmatzenden Geräuschen die Eingeweide aus dem Mund zieht. Ein Besucher kommentiert ironisch „Jetzt wird’s richtig gruselig“ - als ebenjener Mann seine Frau mit einem Tanz verführen will.

Nach knapp anderthalb Stunden ist „Horror“ vorbei - und das Publikum begeistert.

Kira von der Brelie

Noch bis Sonnabend gastiert „Horror“ in Hannover. Am Donnerstag und Freitag wird das Stück jeweils ab 20 Uhr aufgeführt, am Sonnabend einmal um 17 Uhr und einmal um 23 Uhr im Theater am Aegi. Karten gibt es unter Telefon (0511) 12 12 33 33.

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