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Hannover So gut schmeckt es bei Sushi-Gim
Nachrichten Hannover So gut schmeckt es bei Sushi-Gim
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00:17 10.09.2018
Myeong-Ja Han vom Restaurant Gim zeigt eine Auswahl von Sushi und Sashimi. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Zugegeben, mit Reiswein haben wir unsere liebe Not. Das hat sicher auch mit dem etwas irreführenden Begriff zu tun. Von der Saftigkeit eines Weines ist Sake schließlich weit entfernt. Es gibt natürlich auch süßliche Varianten, aber vom Alkoholgehalt und dem Geschmack erinnert uns das Getränk vielleicht noch am ehesten an einen knochentrockenen, säurebetonten Manzanilla, ein Sherry-Spezialität aus Sanlúcar de Barrameda. Außerdem ist der vergärbare Zucker nicht wie beim Wein bereits in den Trauben vorhanden, sondern muss (ähnlich eines Biers) erst durch den Abbau der Stärke im Getreide freigesetzt werden. Sei´s drum, unser Verhältnis zu dem Getränk ist also etwas zwiespältig, genau genommen käme uns Sake nie zwischen die Lippen, würde es nicht so ausgesprochen gut zu japanischem Speisen passen.

Bei Sushi-Gim in der Goethestraße wird zum Sake zudem ein Schälchen mit Salz serviert. Eine südjapanische Eigenheit, erklärt uns die Chefin. Einfach etwas Salz auf den Rand des Sakebechers rieseln und das Gebräu beim Trinken drüber laufen lassen. Eine spannende Kombination, vor allem dann, wenn man noch den Nachgeschmack eines Nigiri mit Lachsbauch am Gaumen hat.

Die Sushi-Qualität ist hier ohnehin bemerkenswert. Wir bestellen unter anderem eine Bento Box (21,90 Euro) mit einer gemischten Variation von Häppchen, darunter Fisch und Gemüse, ausgebacken im luftig-knusprigen Teigmantel oder auch akkurate und schmackhafte Maki, also in Algenblätter eingerollter Reis, in diesem Fall mit Lachs. Besonders fein sind jedoch einige der Nigiri, zunächst wegen dem Verhältnis der beiden Zutaten. Zu oft findet sich ein großer Klumpen Reis mit etwas dünnem Fisch darauf. Bei Sushi-Gim verschwindet das handgerollte Reisbällchen fast unter dem Fisch und gibt dem Mundgefühl und Aroma des Fleischs den Raum, den es benötigt. Der nicht zu klebrige Reis ist nur leicht gesäuert.

Die Sashimi sind eine Köstlichkeit

Bei der Fischqualität ist die Grenze nach oben zwar noch weit offen, aber sicher nicht zu diesem Preis, der bei Sushi-Gim zwar gehoben, aber gemessen an der Qualität völlig in Ordnung ist. Das Aroma des Lachses ist beispielsweise weit weg von jeder Tranigkeit, die oft bei mindere Zuchtware zu finden ist. Farbe und Fettmaserung lassen sogar auf Wildfang schließen, es ist aber ein Bio-Zucht-Lachs, wie uns auf Nachfrage erklärt wird. Noch besser kommt die Qualität bei den Sashimi zur Geltung: Der Butterfisch ist weich und aromatisch. Eine echte Köstlichkeit ist sogar das fettmarmorierte Bauchstück vom Lachs, das mit kräftigem Aroma besticht.

Nicht ganz glücklich sind wir demgegenüber mit dem etwas zähen Scheibchen vom Thunfisch. Wahrscheinlich wurde das Häppchen von kleinwüchsigen Exemplaren oder aus dem sehnen- und bindegewebsreichen Schwanzstück geschnitten. Der Fisch auf dem bestellten Gelbschwanzmakrelen-Nigiri (3,30 Euro) erinnert uns an Butterfisch, der Seeigel (4,20 Euro) schmeckt leider vor allem nach dem bitteren Corail. Im Verhältnis zu der ansonsten exzellenten Qualität, sind diese Ausrutscher aber zu vernachlässigen.

Wie schneiden andere Sushi-Restaurants ab?

Hier geht es zum Ranking der HAZ-Leser.

Reize jenseits von Sushi

Wobei wir auch finden, dass der größte Reiz in dem (zugegeben etwas in die Jahre gekommenen) Restaurant vor allem jenseits von Sushi ausgeht. Die in Süße und Säure perfekt ausgewogenen Rettichwürfel (3,70 Euro) sind beispielsweise eine echte Wucht. Das aus Korea adaptierte Kimchi (3,70 Euro) ist frisch, hat Biss und Schärfe. Herrlich schmecken die Tintenfische (4,90 Euro) in leichter Würzsoße auf Spinat oder die soften Teigbällchen (5,50 Euro) mit Kohl, Oktopus, Sesam und frischem Lauch. Exzellent sind auch die winzigen, frittierten Anchovis (6,50 Euro), die in einer süßlich-scharfen Paste serviert werden oder der hauchdünn aufgeschnittene und gedörrte Fisch (4 Euro), dessen herzhaftes Aroma ebenfalls von einer deutlichen Süße ausbalanciert wird.

Als Hauptgerichte essen wir (leider etwas fade und zäh geratene) Rindfleischstreifen mit Gemüse (20 Euro), die auf einem Grill am Tisch gebraten werden. Dafür begeistert uns der Aal (23,90 Euro). Gut, für den einen ist das Tier ein Graus, nicht zuletzt wegen des intensiven Geschmacks, für die anderen eine charakterstarke Delikatesse. Bei Sushi-Gim kommt der Aal gegrillt und glasiert mit einer süßliche Marinade an den Tisch. Wegen des hohen Fettgehalts hat das warme, tiefaromatische Fleisch eine fast buttrige Konsistenz ... dazu ein Schluck kühler Sake ... wo wir wieder am Anfang wären.

Fazit:

Die japanische Küche bei Sushi-Gim liegt deutlich über dem Standard, Service und Ambiente ein wenig darunter. Gesamt 7/10 (Küche 8, Service 6, Ambiente 6)

Kontakt:

Sushi-Gim

Goethestr. 48

30169 Hannover

Telefon: (0511) 70 00 259

Internet: www.sushi-bar-gim.de

Mail: gim@sushi-bar-gim.de

Öffnungszeiten: Di bis So, 12 bis 15 und 18 bis 23 Uhr

Barrierefreiheit: nein

Von Hannes Finkbeiner

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