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Hannover So schwer ist die Tanzshow bei West Side Story
Nachrichten Hannover So schwer ist die Tanzshow bei West Side Story
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16:57 22.09.2017
 „Also: Schritt, Schritt – Arme nicht vergessen! – Schritt, Schritt, Kick, Kick!“: HAZ-Mitarbeiterin Heike Schmidt (4. v. l. im großen Bild) trainiert mit Melanie Böhm (oben, v. l.), Chayenne Lont, Marta Di Giulio und Simon Eichenberger. Quelle: Franson
Hannover

Hoch oben unterm Dach der Staatsoper ist der Probenraum, in dem an diesem Spätnachmittag Marta Di Giulio (Teresita) und Chayenne Lont (Consuela) mit ihrem Dance Captain Melanie Böhm und Choreograf Simon Eichenberger für das Musical West Side Story trainieren. Ich darf mitmachen. Sportlich bin ich schon. Aber ich tanze nicht. Schon gar nicht vorm Spiegel.

Tanzen in High Heels

„Der ist für uns sehr wichtig“, sagt Melanie Böhm. Er diene der Korrektur. Ständig würden Musicaldarsteller hinein schauen. „Das kann schon einmal zu viel werden“, sagt Simon Eichenberger. Er ist selbst Tänzer gewesen. Aus dem klassischen Ballett kommend, war für ihn sehr schnell klar, dass Musical sein Ding ist.

Inzwischen ist er mit seinen Choreografien sehr erfolgreich: Gerade vorgestern hat er für das Stück „In 80 Tagen um die Welt“ den Deutschen Musical Theater Preis erhalten. „Singen, tanzen, spielen – die Anforderungen sind extrem hoch“, sagt er – auch für die Tänzer vom Ballett der Staatsoper Hannover, die bei dieser Produktion mit den Musicaldarstellern auf der Bühne stehen.

Schreien, singen, spielen

„Für sie ist es schon seltsam, so lebendig sein zu dürfen“, sagt der Choreograf: „Sie dürfen schreien, singen, spielen.“ Und noch eine Besonderheit kommt hinzu. „Normalerweise tanzen sie entweder mit flachen Füßen auf dem Boden oder auf der Spitze. Bei uns tragen die Frauen High Heels“, sagt Marta. Das sei für die meisten total ungewohnt.

Nach dem Aufwärmtraining, das eine Mischung aus Gymnastik und Dehnungen ist, geht es los. „Normalerweise zählen wir bis acht, aber das geht bei der West Side Story oft nicht. Da ist der Rhythmus ein anderer“, erklärt der Choreograf. „Also: Schritt, Schritt – Arme nicht vergessen! – Schritt, Schritt, Kick, Kick!“

Und jetzt noch mit Drehung

Zweimal wird trocken geübt, dann kommt die Musik hinzu. „Sie ist langsamer als normal, ist ja zum Üben.“ Langsam? Mit den Füßen komme ich halbwegs klar. Mit den Armen nicht. Ganz schön schwer, das alles auf Anhieb zu koordinieren. „Der Kick ist wie wenn du gegen einen Fußball trittst, okay?“ Okay! „Arme, denk an die Arme.“ Ja, da war noch was. 

Die Musik stoppt. Nächste Stufe. Jetzt wird eine Drehung eingebaut. Danach die Schritte wie zum Anfang. Zweimal hüpfen. „Die Hände gegen die Decke pushen wie wenn du etwas wegschiebst!“ Die Musik startet. Schritte, Arme, Drehung, Schritte. Hüpfen. Runter, hoch. Ich bin raus.

Marta di Giulio lächelt. „Wenn du das jetzt alles schon könntest, hätten wir echt ein Problem“, sagt sie lachend. „Schließlich ist das unser Job.“ Und dann verrät sie noch einen Trick, falls es bei ihr mit dem Lächeln mal auch nicht klappen sollte: Einfach zwei Finger zwischen die Zähne stecken und weitertanzen. Dann lächelt man automatisch.

Info

Die West Side Story hat am kommenden Freitag, 29. September, um 19.30 Uhr im Opernhaus Premiere. Die Karten kosten zwischen 21 und 52 Euro. Weitere Informationen unter www.staatstheater-hannover.de.

Von Heike Schmidt

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