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Hannover So sieht das Jugendzentrum an der Joachimstraße aus
Nachrichten Hannover So sieht das Jugendzentrum an der Joachimstraße aus
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00:19 14.09.2017
Von Conrad von Meding
Zeitgemäße Fassade: Das Büro- und Geschäftshaus an der Joachim- und Königstraße stammt aus den Siebzigerjahren (kleines Bild), es soll komplett erneuert werden.  Quelle: Entwurf: spa, Visualisierungen: Formstadt
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Hannover

Für die Besucher des städtischen Fachbereichs Jugend und Familie endet bald die Zeit, in der sie sich durch die Flure und Gänge des Ihme-Zentrums quälen müssen - und für Hunderte Mitarbeiter des Amts ebenfalls. Die Stadt lässt den Fachbereich in die Innenstadt umziehen.

Für sie wird das bisherige Verwaltungsgebäude der Bahn an der Ecke Joachimstraße/Königstraße umgebaut. Es handelt sich, ebenso wie das Ihme-Zentrum, um eine Immobilie aus den Siebzigerjahren. Das städtische Personal ist trotzdem erleichtert. „Wir wären sogar dann gerne dorthin gezogen, wenn das Gebäude nicht saniert würde“, sagt die örtliche Personalratschefin Jutta Wilke-Peters. Nun aber kommt alles noch besser. Das Gebäude wird komplett entkernt und mit zeitgemäßen Materialien wieder aufgebaut.

Eigentümer ist die Fondsgesellschaft JP Morgen, sie hat die Büroetagen bisher an die Bahn vermietet, im Erdgeschoss sind zudem mehrere Einzelhandelsgeschäfte ansässig. Mit dem Umzug der Bahnverwaltung zum Alten Fernsehturm hinterm Hauptbahnhof, der Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein soll, kann die Entkernung starten.

Der hannoversche Architekt Claus Peter Schulze hat für den Eigentümer den Umbau der Immobilie geplant. „Es wird quasi ein Neubau in der Grundkonstruktion des Bestandsgebäudes“, sagt der Chef des Büros Schulze Partner (spa). Er hat Erfahrungen mit derartigen Komplettumbauten. Für die Sparkasse hat er das Hochhaus am Raschplatz neu konzipiert. Auch bei dem Gebäude blieb nur das Grundgerüst stehen, erneuert wurde nicht nur die Fassade, sondern auch die gesamte Haustechnik und die Raumgliederungen.

Der Umbau des Gebäudes mit etwa 21 500 Quadratmetern Nutzfläche dürfte einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Zur Höhe will sich Schulze nicht äußern, sagt aber: „Ein Neubau wäre teurer als die Modernisierung, und das Gebäude ist danach technisch neu.“

Die Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend und Familie freuen sich vor allem auch über den neuen Standort. „Er ist viel zentraler als das Ihme-Zentrum. Davon profitieren alle Besucher, aber natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Personalrätin Wilke-Peters. Der Fachbereich beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter. Viele von ihnen arbeiten allerdings in dezentralen Büros.

Schulze rechnet mit mindestens anderthalb Jahren Bauzeit nach Auszug der Bahn-Mitarbeiter aus der Joachimstraße. Im Jahr 2020 werden die städtischen Mitarbeiter je nach Baufortschritt einziehen. Auch eine Mitarbeiterkantine ist wieder vorgesehen, in den unteren Etagen sind erneut Geschäfte geplant.

Das Projekt bedeutet auch einen Schub für das Innenstadtquartier östlich vom Hauptbahnhof. Dort wird derzeit die Lavesstraße aufgewertet, auch am Thielenplatz soll der große Kreuzungsbereich modernisiert werden. Zuvor allerdings steht erstmal der Umbau der Bahnbrücke Königstraße an - er wird rund zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Wer bleibt denn jetzt noch im Ihme-Zentrum?

Nicht nur der städtische Fachbereich für Jugend und Familie verlässt das Ihme-Zentrum, er residiert derzeit hinter dem erneuerten Eingangsbereich Spinnereistraße. Auch die kommunalen Stadtwerke haben angekündigt, die Großimmobilie zu verlassen. Sie errichten sich einen Neubau am gegenüberliegenden Glockseeufer. Der Vorstand hatte keine Lust mehr, sich auf Modernisierungsversprechen des Berliner Investors Intwon verlassen zu müssen. Jüngst ist auch das Gebäudemanagement der Stadt ausgezogen – es residiert jetzt in der ehemaligen Sparkasse am Aegi.

Die Stadt hat nun vor allem noch einen großen Arbeitsbereich im Ihme-Zentrum eingemietet: den Fachbereich Senioren, der in Büros im Bereich der Blumenauer Straße arbeitet.

Der Auszug des Fachbereichs Jugend und Familie ist allerdings keinem Dissenz mit dem Investor geschuldet. Intown will nach eigenen Angaben dort sanieren, später will die Stadt die Büros für andere Verwaltungsbereiche erneut mieten. Zumindest, wenn der Investor sein Modernisierungsversprechen hält.     

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