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Hannover Wie kam es zur Kostenexplosion beim Sprengel-Museum?
Nachrichten Hannover Wie kam es zur Kostenexplosion beim Sprengel-Museum?
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00:43 30.04.2018
Die Kosten für den Brandschutz im Sprengel-Museum haben sich fast verdreifacht.  Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Nachdem die Kostenexplosion bei der Brandschutzsanierung des Sprengel-Museums bekannt geworden ist, verlangt die FDP-Landtagsfraktion von der Landesregierung die Herausgabe genauerer Informationen. Bisher sei nur in der Presse zu lesen gewesen, dass sich die Kosten von vier auf elf Millionen geradezu verdreifacht hätten, sagt die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion, Simone Schütz. Da das Land gemeinsam mit der Stadt Träger des Museums sei, müssten die Gründe für die Kostenexplosion geklärt werden. Außerdem müssten die Landespolitiker erfahren, was auf den Landeshaushalt zukomme, meinte Schütz. Daher habe ihre Fraktion eine Unterrichtung im Wissenschaftsausschuss beantragt. 

Nach Informationen der HAZ gehört der Einbau neuer Brandschutztüren zu den maßgeglichen Kostentreibern. Offenbar müssen im Altbau des Museums sämtliche Türen ausgetauscht werden, weil sie nicht den Brandschutzbestimmungen genügen. Das stellt die Stadtverwaltung nicht nur finanziell, sondern auch logistisch vor Probleme. Die Türen müssen angefertigt werden, und das geschieht nicht von heute auf morgen. Um die nötigen Aufträge rechtzeitig vergeben zu können, dringt man im Rathaus auf eine schnelle Einigung mit dem Land bei der Finanzierung. 

Bei den Verhandlungen zwischen Stadt und Land dürfte es auch um die Frage gehen, ob die Türen bereits bei der Errichtung des Altbaus fehlerhaft waren und möglicherweise schon die damaligen Brandschutzvorschriften missachtet wurden. Mit anderen Worten: Sind der Stadt damals Fehler bei der Bauausführung unterlaufen? Der Altbau gliedert sich in zwei Abschnitte: Der erste Teil des Gebäudes ist 1979 eröffnet worden, der zweite 1992. 

Die Experten der Feuerwehr prüfen regelmäßig, ob in  öffentlichen Gebäuden der Feuerschutz noch gewährleistet ist. Sollten die Vorschriften nicht eingehalten werden, können Häuser auch geschlossen werden. Eine Schließung veranlasse aber nicht die Feuerwehr, sondern das Bauamt, teilt die Feuerwehr auf Nachfrage der HAZ mit.

Unterdessen hat die CDU-Ratsfraktion Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), aufgefordert, im Oberbürgermeister-Ausschuss zu berichten. Dabei müssten alle Details offen auf den Tisch gelegt werden, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Jens-Michael Emmelmann. Schon während des Museums-Anbaus habe die CDU verlangt, das „Großprojekt zur Chefsache zu machen“, betonte er. Auch beim Erweiterungsbau habe es eine Kostenexplosion gegeben. Eine der Fragen sei jetzt, ob die Kostenexplosion beim Brandschutz nicht schon viel früher bekannt gewesen sei, meint der CDU-Politiker. 

Es helfe „bei diesem schlimmen und fortgesetzten Dilettantismus“ auch nicht, wenn der hannoversche SPD-Vorsitzende Alptekin Kirci plötzlich nach Kulturdezernent Harald Härke rufe. „Oder traut die SPD Härke auf einmal zu, den gordischen Knoten zu durchschlagen, wenn dies nicht einmal dem Oberbürgermeister gelungen ist?“, fragte Emmelmann. 

Kirci kritisiert seinerseits die Form der Auseinandersetzung. Härke sei der Kulturdezernent und habe die Pflicht zur Aufklärung, meinte der SPD-Chef. Die CDU, die im Land mit der SPD in einer Großen Koalition zusammenarbeite, könne nicht bei jeder Angelegenheit den Oberbürgermeister angreifen. „Wir wollen eine sachliche Auseinandersetzung“, betonte Kirci. 

Von Karl Doeleke, Andreas Schinkel und Mathias Klein

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