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Hannover Nach Streik: Tarifabschluss belastet Haushalt
Nachrichten Hannover Nach Streik: Tarifabschluss belastet Haushalt
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00:33 21.04.2018
Mehr Lohn erstreikt: Mitglieder der Gewerkschaft Verdi ziehen durch Hannover. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Mehr Geld in drei Stufen: Die 250 tariflich Beschäftigten in der Stadtverwaltung können sich auf eine Gehaltserhöhung von bis zu 7,5 Prozent freuen. Bei Bürgermeister Christian Springfeld sorgt die Nachricht für gemischte Gefühle: Einerseits lobt er den Abschluss – mit Blick auf die Attraktivität der Stadt als Arbeitgeber. Andererseits reißt der Abschluss eine Lücke in den Haushalt, an der die Stadt ganz schön zu knapsen haben dürfte.

„Für den Haushalt ist solch ein Abschluss natürlich immer schlecht“, räumt Bürgermeister Christian Springfeld (FDP) ein. Finanz-Chef Clemens Gebauer stellt aber klar, dass es die Stadt nicht völlig unvorbereitet triff: Immerhin sei im Haushalt bereits ein Puffer für eine 2,5-prozentige Lohnsteigerung eingeplant. „Was der Abschluss nun tatsächlich für den Haushalt bedeutet, muss erst noch geprüft werden“, sagt Gebauer. Immerhin seien nicht alle Beschäftigten in gleicher Weise von der Lohnsteigerung betroffen.

Stellen sind wieder attraktiver

Für den Bürgermeister indes hat der Tarifabschluss auch eine andere, glänzende Seite, nämlich mit Blick auf die Personalsituation im Rathaus: „Es darf nicht sein, dass bei einer Kommune nur die arbeiten wollen, die in der freien Wirtschaft nichts finden.“ Durch den Abschluss nähern sich die Gehälter der Kommunen und der freien Wirtschaft einander an. In etlichen Branchen, wie etwa in der Informationstechnologie oder auch in der Finanzindustrie, bleiben die Gehälter aber auch nach dem neuen Tarifabschluss deutlich höher als in der Kommunalverwaltung. Das ist auch dem Bürgermeister klar: Man könne nicht in allen Bereichen „mit der Privatwirtschaft mithalten“, sagt Springfeld.

Trotzdem hofft der Verwaltungschef auf eine Attraktivitätssteigerung. Er betont aber auch, dass die hiesige Verwaltung selbst daran arbeiten müsse, sich als Arbeitgeber attraktiver zu machen – und den Angestellten gute Arbeitsbedingungen zu bieten habe. „Wir müssen mehr Anreize schaffen, als nur mehr Gehalt zu bezahlen“, sagt er. Konkret nennt Springfeld eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Das ist eine große Baustelle, da müssen wir viel nachholen.“

Vertrauen in Kahle und Rödiger

Der Bürgermeister glaubt, dass die Aufgabe bei Bildungschefin Hanna Kahle und der Gleichstellungsbeauftragten Lena Rödiger in guten und kompetenten Händen ist: „Beide sind da in der richtigen Richtung unterwegs.“

Von Ralf T. Mischer

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