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Hannover Stadt stellt Maßnahmenkatalog für den Mühlenberg vor
Nachrichten Hannover Stadt stellt Maßnahmenkatalog für den Mühlenberg vor
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00:18 22.09.2017
Von Jutta Rinas
Die Grundschule in Mühlenberg. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Mehr Kita- und Hortplätze, räumliche Entlastung der aus allen Nähten platzenden Grundschule Mühlenberg, ein neuer internationaler Elterntreff: Die Stadt Hannover reagiert mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog auf die Missstände in Hannovers ärmstem Stadtteil Mühlenberg. Gemeinsam mit Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski stellte Oberbürgermeister Stefan Schostok die einzelnen Punkte am Dienstag bei einer öffentlichen Veranstaltung im Stadtteilzentrum "Weiße Rose" vor. Die Notwendigkeit in der Kita- und Schulversorgung "rasch und konzentriert" zu handeln, sei durch einen überproportionalen Bevölkerungsanstieg am Mühlenberg entstanden, sagte Schostok. Für den Stadtteil betrug er der Verwaltung zufolge seit 2010 17,2 Prozent. Zum Vergleich: Der Bevölkerungszuwachs in Hannover insgesamt liegt lediglich bei 5,8 Prozent. Die Geschichte des Mühlenberg lehre, dass es nicht ein Rezept für alles gebe, sagte Schostok: Man müsse viele Prozesse in Gang bringen. "Wir wünschen uns, dass der Mühlenberg ein viel positiver angenommener Stadtteil wird."

Kita- und Hortplätze: Noch vor Ende des Jahres will die Stadt für 47 Kinder, die im Sommer 2018 in die Schule kommen, ein Angebot zur Vorbereitung auf die Grundschule schaffen.  Der Hintergrund: aktuellen Zahlen zufolge gibt es für diese Kinder im Stadtteil bislang keinen Kitaplatz. Möglicher Ort für das sogenannte "SchuKi-Programm" könne das Jugendzentrum sein, sagt Rzyski . Kinder bräuchten vor der Grundschule unbedingt die Erfahrung wie es sei, sich in einer Gruppe mit anderen Kindern zurechtzufinden. Die Familie allein könne das nicht leisten.

Weitere 140 Mühlenberger Kinder, die mit Beginn des aktuellen Kita-Jahres drei Jahre alt geworden sind oder es demnächst werden, haben der Verwaltung zufolge ebenfalls derzeit keinen Kitaplatz. Für 118 von ihnen soll die bereits vorgestellte Übergangskita in der Beckstraße Abhilfe schaffen. Sie wird Rzyski zufolge jetzt früher fertig als geplant: Sie soll im Herbst 2018 an den Start gehen. Auch die Kindergartengruppen der Kita am Canarisweg sollen dann schon in der Beckstraße Platz finden. Die Kita hatte in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt, weil Anwohner Müll und Gegenstände von den Balkonen geworfen hatten. Der frei werdende Platz werde, so Rzyski, für eine zusätzliche Hortgruppe mit 32 Kindern genutzt. Insgesamt entsteht dann in der ehemaligen Wohnungskita ein Hort mit 64 Plätzen. Das Familienzentrum in der Beckstraße wird am Ende 150 Kindern Platz bieten.

Grundschule Mühlenberg: Die Grundschule, die sich wegen dramatischer Missstände in der Vergangenheit mit einem Brandbrief an die Öffentlichkeit gewandt hatte, platzt aus allen Nähten. Bereits Mitte September wurden dort zwei zusätzliche Container für den Unterricht aufgestellt. Mit Beginn des Schuljahres 2018/19 soll ein weiterer folgen. Vom Schuljahr 2018/19 an bis zur Fertigstellung des Neubaus soll überdies die dann abgewickelte "Martin-Luther-King"-Förderschule mitgenutzt werden. Zur Zeit werde überlegt, wie das sinnvoll geschehen könne, sagte Rzyski. Zudem sollten künftig multiprofessionelle Teams in der Schule eingesetzt werden.

Familienberatung und Jugendtreffs: Im Familienzentrum Mühlenberg soll eine neue Gruppe für Mutter mit Kindern unter drei Jahren eingerichtet werden. Der  JuCa-Treff im Canarisweg soll mit Hilfe einer Vollzeitstelle deutlich länger geöffnet werden. Bislang hat die Verwaltung für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen dort lediglich zehn Wochenstunden eingeplant. Dazu kommt noch in diesem Jahr eine neue Kontakt- und Beratungsstelle am Stauffenbergplatz 3, unter anderem mit einem internationalen Elterntreff. Sie wird mit Fördermitteln in Höhe von 70000 Euro aus einem Förderprogramm des Landes bezahlt.

Insgesamt stünden dem Mühlenberg durch die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" 12 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Schostok am Dienstag. Gerade bei Kindern, die einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz hätten oder einen Schulplatz bräuchten, sei der Bevölkerungszuwachs in dem Stadtteil erheblich gewesen. Allein von Anfang 2015 bis Ende 2016 habe es in der Gruppe der Null- bis Neunjährigen ein Plus von 187 Kindern gegeben. Deshalb habe man jetzt hier handeln müssen.

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