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Hannover Schallschutzfenster sollen Autolärm fernhalten
Nachrichten Hannover Schallschutzfenster sollen Autolärm fernhalten
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12:42 07.12.2018
Ob die Anwohner der Häuser an der Willmerstraße jemals Lärmschutzfenster finanziert bekommen, ist offen. Quelle: Nancy Heusel
Döhren-Wülfel

Es gibt nur wenige Ecken im Stadtbezirk Döhren-Wülfel, an denen es nachts lauter ist als 60 dB(A): am Südschnellweg zwischen Leinemasch und Seelhorst sowie an einigen Streckenabschnitten der Hildesheimer Straße. 60 dB(A) ist der Immissionsgrenzwert der Verkehrslärmschutzrichtlinien des Bundes für nächtlichen Autoverkehr, an denen sich auch der neue Lärmaktionsplan der Stadt Hannover ausrichtet. In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel skizzierte Lärmexperte Thomas Leidinger, was das für Anwohner bedeutet, die an einer derart lauten Straße wohnen. Sie dürfen auf Lärmschutzfenster hoffen – und vielleicht irgendwann auch einmal auf eine Temporeduzierung des fließenden Verkehrs auf 30 Kilometer pro Stunde.

Leidinger stellte im Bezirksrat den ersten Entwurf des neuen kommunalen Lärmaktionsplans vor, die endgültige Fassung wird wahrscheinlich erst Mitte 2019 vorliegen. Als mögliche Teststrecken für Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen sind in Hannover die Marienstraße und der Straßenzug Friedrich-Ebert-Straße und Göttinger Straße im Gespräch. „Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen“, so Leidinger. Ob die Anwohner der Willmerstraße parallel zur Südschnellwegbrücke jemals Lärmschutzfenster bekommen, ist auch noch unklar: Sollte der Schnellweg in einigen Jahren in einem Trog verlaufen, wäre der Einbau solcher Fenster überflüssig.

Zahl der Fenster unklar

500.000 Euro sind für das Jahr 2020 für den Einbau von Schallschutzfenstern vorgesehen, erklärte der Fachmann der Stadt. Wer wie wann informiert und gefördert werde, sei aber noch offen. Die Stadt kenne zwar die Zahl der Häuser in der Stadt, doch die Zahl der Wohnungen zu ermitteln sei schon schwieriger, und vollends unklar sei die Menge der Fenster, die an lärmbelasteten Straßen zu finden sind. Natürlich reiche eine Summe von einer halben Million Euro nur für eine begrenzte Zahl von Schallschutzfenstern, so Leidinger. Ein derartiges Programm erstrecke sich deshalb über Jahre – oder die Politik müsse eine deutliche Aufstockung beschließen.

Die Frage von Bezirksratspolitikern, ob auch an Bahngleisen wohnende Menschen von den Lärmschutzmaßnahmen der Stadt profitieren würden, verneinte Leidinger: Dies sei Sache des Eisenbahnbundesamtes. Er versprach aber, die beiden Unterführungen von Peiner Straße und Zeissstraße, deren Mauern den Autolärm reflektieren und die von Anliegern als sehr laut empfunden werden, in die Betrachtungen der Stadt einzubeziehen. Dies gelte auch für das Quietschen, das rangierende Stadtbahnen auf dem Üstra-Betriebsgelände in Döhren verursachen. „Wir haben uns bisher nur um die Fahrstrecken von Bus und Bahn gekümmert“, sagte der Verwaltungsexperte, „aber es spricht nichts dagegen, auch die von Betriebshöfen ausgehenden Lärmbelastungen zu prüfen.“

Von Michael Zgoll

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