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Hannover Stadtentwässerung will größere Kanäle bauen
Nachrichten Hannover Stadtentwässerung will größere Kanäle bauen
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06:00 05.09.2017
Von Andreas Schinkel
Am 22. Juni wütete Sturmtief "Paul" über die Stadt Quelle: Christian Behrens
Hannover

Der Regen dauerte nur wenige Minuten, doch etliche Keller liefen voll, Dachrinnen quollen über, riesige Pfützen entstanden. Solche Sturzbäche wie am 22. Juni sind statistisch äußerst selten, sie kommen höchstens alle 100 Jahre einmal vor, hat Hannovers Stadtentwässerung jetzt errechnet. „Diese Regenfälle lassen sich kaum vorhersagen“, sagte Hochwasserschutzexperte Martin Speelmann gestern im zuständigen Ausschuss.

Die Stadt werde eine Infobroschüre herausgeben, die den Bürgern nützliche Tipps gibt, wie sie ihre Häuser besser schützen können. Zudem werde man bei der Erneuerung von Kanälen darauf achten, Schächte bei Bedarf zu vergrößern, damit sie mehr Wasser aufnehmen können, ergänzte Hans-Otto Weusthoff, technischer Leiter der Stadtentwässerung, abseits der Sitzung.

Schon jetzt achtet die Stadt beim Planen von Neubaugebieten darauf, wie die Wassermassen nach starken Regenfällen möglichst rasch abfließen können. „Am südlichen Kronsberg versuchen wir, die Natur nachzubilden. Das heißt: Am Ende soll so viel Wasser versickern und verdunsten können wie vor der Bebauung“, erklärt Weusthoff. Mulden werden angelegt und unter den Vertiefungen Hohlräume gegraben, die als Speicher dienen. In bestehenden Stadtvierteln mit dichter Bebauung sei es aber schwierig, freie Flächen zu finden.

Daher sind auch die Hannoveraner aufgefordert, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Die Stadtentwässerung veröffentlicht jetzt eine Infobroschüre. „Lichtschächte vor Kellern sollten besser mit einer Mauer geschützt werden“, sagt Hochwasser-Experte Speelmann. Bei ebenerdigen Haustüren empfiehlt es sich, eine Schwelle anzubringen. Auch Sandsäcke bereitzuhalten sei nicht verkehrt. „Wir müssen Vorsorge treffen“, sagt Speelmann. Dazu gehöre auch, dass die Stadtentwässerung künftig bestimmte Gebäude und Bereiche in Hannover zu „Hotspots“ erklärt, die besonders geschützt werden müssen vor Starkregen.

Weniger dramatisch ist dagegen der Anstieg der Leine- und Ihmepegel Ende Juli verlaufen. Die Überflutung habe statistisch einem Hochwasser entsprochen, das alle zehn Jahre einmal vorkommt, sagt Speelmann. Letztlich hätten Feuerwehr und Stadtentwässerung die Lage gut im Griff gehabt, lediglich am Kneippweg in Ricklingen sei Wasser aus einem Kanal ausgetreten. Wie es dazu kommen konnte, werde noch untersucht.
Sturzbäche und Hochwasser dürften in den kommenden Jahren keine Seltenheit bleiben. Die Stadtverwaltung schafft eine weitere Stelle, um Hannover besser vor Wassermassen zu schützen.     

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