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00:19 06.12.2018
Preiswürdig: Bärbel Dütemeyer (von links), Caro Eggert, Kornelia Rust-Bulmahn, Gunnar Spellmeyer, Kai Schirmeyer und Marlis Fertmann. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Rund ums Jahr gibt es viel Kultur in Hannover. Und immer, bevor das Jahr zu Ende geht, werden Menschen, die sich für das kulturelle Leben in der Stadt einsetzen, auf besondere Weise gewürdigt: Der Freundeskreis Hannover hatte am Montagabend rund 500 Gäste in die Orangerie Herrenhausen eingeladen, um den Stadtkulturpreis zu vergeben – zum 24. Mal. Dieses Mal gehörte auch der Freundeskreis selbst zu denen, die gefeiert wurden: Seit 30 Jahren engagiert sich der Bürgerverein für eine lebendige Stadtgesellschaft.

Bei der Doppelfeier gab es natürlich Kultur zu sehen, nämlich Ausschnitte aus dem GOP-Programm „Sông Trang“. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius – qua Amt nicht für Kultur zuständig – würdigte die Arbeit des Vereins als „wichtigen Faktor der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt“ und als „Garant der Demokratie“. Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok und Regionspräsident Hauke Jagau gratulierten. Schostoks Vorvorgänger wiederum nahm auf der Bühne Platz, um aus der Anfangszeit zu berichten: 1988 hatte der damalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg die Idee, den Freundeskreis als Ort der Bürgerbeteiligung zu gründen – mit dem seinerzeit amtierenden Messe-Chef Klaus Goehrmann.

Engagement für die Stadtgesellschaft

Der Freundeskreis Hannover wurde am 7. Dezember 1988 gegründet. Anlass war der 750. Geburtstag der Stadt und die bevorstehende Expo 2000. Heute hat der Bürgerverein rund 1500 Mitglieder, er ist bundesweit einer der größten. Der Freundeskreis unterstützt kulturelle Initiativen, entwickelt Ideen für die Stadtgesellschaft und fördert den Dialog zwischen Bürgern, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Religionen. Jährlich gut 30 Veranstaltungen, Exkursionen und Talks organisiert der Verein für Mitglieder und Gäste. Seit 1995 verleiht er den Stadtkulturpreis, seit 2012 den Preis für bürgerschaftliches Engagement. Zudem hat der Verein durch Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit, für eine offene Gesellschaft und eine höhere Wahlbeteiligung auf sich aufmerksam gemacht. Elf Jahre war Roger Cericius Vorsitzender, der auch die Fusion mit dem früheren Verkehrsverein abschloss. Seit März 2017 steht Matthias Görn, kaufmännischer Vorstand im Landesmuseum, dem Freundeskreis vor. jk

Der Freundeskreis-Vorsitzende Matthias Görn appellierte an die Gäste, den Gedanken des bürgerschaftlichen Engagements in alle gesellschaftlichen Bereiche weiterzutragen: „Wir brauchen die Bereitschaft, die Ärmel hochzukrempeln und Themen anzuschieben.“ Zentral sei aktuell die Bewerbung Hannovers um den Titel der Kulturhauptstadt. Auch der Wettbewerb um eine hannoversche Elite-Uni könne eine „Aufbruchstimmung“ erzeugen. Die Träger des Stadtkulturpreises seien mit bestem Beispiel vorangegangen, betonte Görn. „Sie haben sich mit voller Entschlossenheit für eine Herzensangelegenheit eingesetzt.“

Das gilt nach Meinung der Freundeskreis-Jury für die frühere NDR-Fernsehchefin Marlis Fertmann und ihr Team, die seit 2014 im Maschpark NDR-Klassik-Open-Air-Festivals als „Oper für alle“ veranstalten. Ein unbeirrbarer Einsatz für eine Idee leite auch die zweiten Preisträger, sagte Laudator Andreas Sennheiser, Geschäftsführer des gleichnamigen Elektronikunternehmens. Das Netzwerk Kre-H-tiv Hannover und dessen Vertreter Kai Schirmeyer, Caro Eggert und Gunnar Spellmeyer engagierten sich in herausragender Weise für die Gründerszene in der Landeshauptstadt. „Kultur ist ein zentraler Standortfaktor“, sagte Sennheiser.

Den Sonderpreis für ein soziales Miteinander teilen sich der von Bärbel Dütemeyer gegründete Verein für krebskranke Kinder, der seit 1984 auf der Kinderkrebsstation der Medizinischen Hochschule aktiv ist. Ausgezeichnet wurde zudem die gemeinnützige GmbH Hilfe für unsere Kinder, die sich unter der Geschäftsführung von Kornelia Rust-Buhlmann seit 2001 für die Teilhabe benachteiligter Jungen und Mädchen einsetzt. Die Kuratoriumsmitglieder des Freundeskreises, Unternehmerin Jasmin Arbabian-Vogel und Marktkirchenvorstand Reinhard Scheibe, würdigten die Projekte als Laudatoren.

Ein besonderer Vertreter von Zivilcourage erhielt keinen Preis, war aber unter den Gästen: Filmemacher Grigorij Richters, der einen Fußmarsch von Paris nach Berlin begonnen hat, um sich für Flüchtlingskinder einzusetzen, hatte Görns Einladung spontan angenommen.

Von Juliane Kaune

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