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Hannover Museum zeigt Kommissbrot-Ausstellung
Nachrichten Hannover Museum zeigt Kommissbrot-Ausstellung
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00:21 13.08.2018
Die Ausstellungsmacher im Kommissbrot-Roadster: Bernd Lange, Uwe Groth (vorn, von links), Horst-Dieter Görg, Gerhard Rickert (hinten, von links). Quelle: Kaune
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Hannover/Sehnde

Es ist eine Legende auf vier Rädern: Das Kommissbrot aus dem Hause Hanomag hat die automobile Welt auf besondere Weise bereichert. Dabei wurde das kurios-kastenförmige Gefährt, das wegen seiner Form den Namen eines haltbaren Brotes zur Verpflegung von Soldaten trägt, nur vier Jahre gebaut – von 1924 bis 1928. „Aber es war der erste in Europa am Fließband produzierte Kleinwagen, das war eine Revolution“, sagt Horst-Dieter Görg. Er hat dazu beigetragen, das Mini-Auto groß herauszubringen: Auf dem Gelände des Hannoverschen Straßenbahn-Museums (HSM) in Sehnde-Wehmingen wird am Sonntag, 12. August, um 11 Uhr eine Ausstellung eröffnet, die sich ganz dem Kommissbrot widmet.

Die Schau ist die dritte, die der Verein Mobile Welten im HSM zeigt. Anfang 2017 haben sich die Enthusiasten, die die Geschichte der Mobilität einer breiten Öffentlichkeit nahe bringen wollen, die alte Salzmühle auf dem Museumsareal als Ausstellungshalle gesichert. Die Historie des Fahrrads und des Automotors haben die Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Bernd Lange schon thematisiert. Nun wollen sie noch mehr Interessierte anlocken: „In dieser Form und dieser Größenordnung ist das Kommissbrot noch nicht gewürdigt worden“, sagt Görg, der Vorsitzender des Vereins Hanomag IG ist.

Zwölf Exemplare des Hanomag 2/10 (so der offizielle Name) sind zu sehen – zur Verfügung gestellt von der IG und anderen Sammlern. Neben dem Standardmodell, das für 2650 Reichsmark zu haben war, gibt es auch ein Cabrio und einen Roadster mit sportlichem Einstieg ohne Türen. Ein Kommissbrot-Taxi ist ebenfalls angerollt. „Davon wurden nur 50 hergestellt, und sie waren nur in Berlin unterwegs“, sagt Görg. Mit seinen 10 PS erreichte das Kommissbrot eine Spitzengeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. Es ging auch schneller: Der zur Gewichtsreduzierung aus Korbgeflecht gefertigte Rennwagen brachte es auf Tempo 90.

Wie das Kommissbrot gebaut wurde, können die Besucher nachvollziehen: In der Halle haben die Vereinsmitglieder eine 25 Meter lange Rekonstruktion einer Fertigungsstraße aus der früheren Hanomag-Fabrik in Hannover-Linden errichtet. „Typisch ist die Mischbauweise aus Holz und Blech, sozusagen die Erweiterung des Kutschenbaus“, erklärt Görg. Die ersten Kommissbrote wurden noch als Einzelstücke gefertigt, ab 1926 hielt dann nach dem Vorbild von Ford in den USA die Fließbandproduktion Einzug bei der Hanomag.

Die Schau ist bis zum 7. Oktober im HSM, Hohenfelser Straße 16, in Sehnde-Wehmingen zu sehen. Geöffnet ist sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 4, ermäßigt 2 Euro.

Von Juliane Kaune

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