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Hannover Öffentlicher Dienst: Das war der Streik-Tag in Hannover
Nachrichten Hannover Öffentlicher Dienst: Das war der Streik-Tag in Hannover
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20:09 12.04.2018
Am Streiktag sind viele Menschen in Hannover auf das Auto umgestiegen. Quelle: Dröse
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 Rund 10.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus der Region Hannover und aus anderen Städten und Landkreisen haben am Donnerstag in Hannover für mehr Lohn und Gehalt protestiert. Bei der Kundgebung auf dem Opernplatz forderte der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske Bewegung von den Arbeitgebern für die dritte Tarifrunde, die am Sonntag in Potsdam beginnt. Bundesweit legten 45.000 Beschäftigte des Bundes und der Kommunen die Arbeit nieder. Verdi hatte in den vergangenen Tagen in unterschiedlichen Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. 

Verdi hatte in Hannover um zweiten Mal innerhalb eines Monats die Beschäftigten von Behörden und kommunalen Unternehmen zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. In der Landeshauptstadt lagen Teile des öffentlichen Lebens lahm: Busse und Bahnen der Üstra fuhren nicht, alle 42 städtischen Kitas blieben geschlossen, genauso wie die Bäder und zahlreiche andere Einrichtungen der Stadt. In den Krankenhäusern des Regionsklinikums arbeiteten die Pflegekräfte nur mit einer Notbesetzung, zahlreiche geplante Operationen wurden verschoben. Am Flughafen führte der Streik des Abfertigungspersonals zu Verspätungen, Theatervorstellungen fielen aus. Das Kultusministerium hatte erlaubt, die Abiturprüfen eineinhalb Stunden später zu starten.

Die Demonstranten waren am Vormittag in zwei Protestmärschen mit Trillerpfeifen und Verdi-Flaggen durch die Innenstadt gezogen. Sie riefen unter anderem: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut.“ Bei der Abschlusskundgebung hob Bsirske die gute wirtschaftliche Lage hervor, von der auch die Haushalte der Kommunen profitierten. „Es sind goldene Zeiten für die deutsche Wirtschaft. Aber an dieser Festtagstimmung sollen alle und Arbeitnehmer teilhaben. Auch die Kollegen im öffentlichen Dienst", sagte der Gewerkschaftschef. Die öffentlichen Haushalte würden allein in diesem Jahr einen Rekordüberschuss von 45 Milliarden Euro erwirtschaften. 

Bsirske machte sich vor allem für die Verdi-Forderung nach einer Anhebung für die unteren Lohngruppen von mindestens 200 Euro stark. Das sei nötig, um in bestimmten Bereichen überhaupt noch junge Leute zu finden, wie zum Beispiel bei der Pflege oder in Verkehrsunternehmen. Die Arbeitgeber setzten dagegen vor allem auf Verbesserungen für die oberen Lohngruppen. „Das machen wir auch mit“, betonte Verdi, aber vor allem die unteren Lohngruppen müssten profitieren. 

Verdi fordert für die 2,6 Millionen Beschäftigten bei den Kommunen und beim Bund, Lohn- und Gehaltsteigerungen von mindestens sechs Prozent und mindestens 200 Euro. Auszubildende sollen 100 Euro mehr erhalten. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen von Verdi bisher strikt ab. Ein eigenes Angebot haben die Arbeitgeber noch nicht vorgelegt. Allerdings zeigte sich der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle, am Donnerstag zuversichtlich. „Ich denke, wir werden Anfang der Woche abschließen“, sagt er. Böhle kritisierte die Warnstreiks als „völlig überflüssig und unverhältnismäßig“. 

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