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Hannover Das verdienen Mitarbeiter bei Üstra, Aha und Co.
Nachrichten Hannover Das verdienen Mitarbeiter bei Üstra, Aha und Co.
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08:50 12.04.2018
Quelle: HAZ-Collage
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Die Gebäudereiniger

Von dem Lohn als Gebäudereiniger bei der Stadt kann man nicht leben, sagt Björn Krüger. Die Mitarbeiter, die Behörden und Schulen reinigen, werden nach der Lohngruppe E2 bezahlt, das geht bei knapp 2000 Euro im Monat los. Allerdings gilt das nur für einen Vollzeitjob, und den hat dort eigentlich niemand. „Die meisten müssen mit Geld vom Jobcenter aufstocken, damit sie über die Runden kommen“, berichtet Betriebsrat Krüger. Deshalb setzen die Mitarbeiter in der laufenden Tarifrunde auf die Forderung von 200 Euro mehr im Monat.

Die Stadtbahnfahrer

Ein Stadtbahnfahrer bei der Üstra fängt mit einem Bruttolohn von 2300 Euro pro Monat an, berichtet Üstra-Betriebsrat Karsten Wente. Der Lohn kann im Lauf der Jahre auf bis zu 2700 Euro ansteigen. Belastend sind die Dienstzeiten in häufig wechselnden Schichten. Vor allem Anfänger müssen zuweilen am Tag zweimal fahren, morgens ein paar Stunden und dann nachmittags wieder ein paar Stunden, immer dann, wenn mehr Bahnen auf den Gleisen sind. Der Krankenstand bei den Stadtbahn- und Busfahrern liegt bei rund 5 Prozent.

Die Altenpfleger

Altenpfleger mit Examen verdienen zwischen rund 2600 und 3300 Euro brutto pro Monat, wenn sie 39 Stunden pro Woche arbeiten. Viele Beschäftigte haben allerdings keine Vollzeitverträge. Schichtdienst, wenig freie Wochenenden und häufige ungeplante Vertretungseinätze erschweren ein geregeltes Familien- und Freizeitleben.

Die Müllabfuhr

Ein Müllwerker bei Aha beginnt mit rund 2300 Euro Bruttolohn im Monat, nach 14 Jahren kann er maximnal rund 2600 verdienen. Ähnlich ist es für die Mitarbeiter der Stadtreinigung. Die Aufstiegschancen sind rar. Wegen der anstrengenden Arbeit ist der Krankenstand mit über 10 Prozent in den beiden Berufsgruppen besonders hoch.

Gepäckabfertigung am Flughafen

Wenn Ralf Schacht von seiner Arbeit am Flughafen Hannover-Langenhagen erzählt, dann ist auch immer wieder von kaputtem Rücken, schmerzenden Knien oder Problemen mit der Muskultatur die Rede. Schacht arbeitet beim Aviation Ground Service (AGS), einer Tochterfirma des Flughafens. Ein Großteil der AGS-Mitarbeiter ist in der Gepäckabfertigung tätig, das heißt, sie be- und entladen das Gepäck der Flugpassagiere. 

Rund 3000 Koffer hat jeder Mitarbeiter pro Schicht in der Hand, mit einem Gesamtgewicht von 48 Tonnen. „Und das geht natürlich auf die Gesundheit“, berichtet Schacht, zumal die Arbeitsbedingungen nicht die besten sind. Die Gepäckstücke müssen in den nur 1,20 Meter hohen Laderäumen der Passagiermaschinen von den Mitarbeitern gestapelt werden, damit auch alle Koffer und Taschen mitkommen. „Koffertetris“ nennen das die Kollegen, berichtet Schacht.

Mit 12 Euro pro Stunde fängt ein Mitarbeiter bei der AGS meist an, berichtet er. Und weil die rund 2000 Euro brutto am Monatsende kaum ausreichen, um eine Familie zu ernähren, beteiligt er sich mit zahlreichen Kollegen am heutigen Warnstreik. „Uns geht es erst einmal um die 6 Prozent mehr Lohn“, sagt Schacht. Und deshalb wird er auch mit Kollegen in Hannover demonstrieren. 

Übersicht

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