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Hannover Ohne Container klappt die Rückkehr zu G 9 nicht
Nachrichten Hannover Ohne Container klappt die Rückkehr zu G 9 nicht
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17:09 13.12.2018
Die Tellkampfschule war schon im Sommer Baustelle. Unter anderem entsteht ein neues Außengelände. Quelle: Rainer Dröse
Südliche Stadtteile

Mit einem Mammutbauprogramm reagiert in den nächsten Jahren die Stadt in den nächsten zwei bis drei Jahren auf die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren an den Gymnasien. Im jüngsten Schulausschuss der Stadt hat Jörg Gronemann vom städtischen Baumanagement einen Sachstandsbericht für die einzelnen Standorte abgegeben. Eines ist offensichtlich: An 16 von 17 Gymnasien wird es Bauarbeiten geben, an neun Gymnasien wird es ohne Container nicht gehen und kaum eine Schule wird rechtzeitig fertig, wenn im Sommer 2020 der erste Jahrgang ins G 9 startet.

Auch die Gymnasien in der Südstadt werden Container aufstellen müssen. An der Bismarckschule soll an der Mensa einen Erweiterungsbau bekommen, auch schulintern muss einiges umstrukturiert werden. Die „mobilen Raumeinheiten“, wie Gronemann sie nannte, werden auf dem Schulhof errichtet. An der Elsa-Brändström-Schule soll ein Neubau nördlich der Sporthallen entstehen, zwischenzeitlich werden auch hier auf dem Schulhof Container aufgestellt. Bauende an der Tellkampfschule, die schon seit Längerem in einer Sanierung steckt, unter anderem des Außengeländes, soll bereits 2021 sein. Nordöstlich der Aula entsteht ein Neubau, der Verwaltungstrakt wird saniert, für den Übergang weichen die Schüler ebenfalls in Container aus.

Unklarer ist die Lage an der Wilhelm-Raabe-Schule, deswegen nannte Gronemann im Ausschuss auch noch gar kein geplantes Enddatum für die Bauarbeiten. Hier soll eine neue Außenstelle in der ehemaligen Grundschule Meterstraße errichtet werden. Zurzeit werden dafür Machbarkeitsstudien erstellt. Auch am Haupthaus in der Langensalzastraße sind zahlreiche Umbauten nötig.

Kommentar: Besser spät, dafür gründlich

Die Rückkehr zu G 9, zum neunjährigen Gymnasium, ist eine Riesenaufgabe. Nicht nur inhaltlich für die Gymnasien, die sich seit 2011 gerade erst an das Turbo-Abitur gewöhnt hatten, sondern auch für die Stadt, die als Schulträger für die Gebäude verantwortlich ist.

Wenn früher neun Jahrgänge in eine Schule gepasst haben, warum geht das jetzt nicht mehr? Weil sich viel geändert hat in den vergangenen Jahren. Da ist zum einen der Trend zum Ganztag. Viele Schulen bieten inzwischen für die Kinder Mittagessen an, und Eltern, nicht nur die berufstätigen, sind froh, dass sie nicht kochen müssen. Daneben gibt es nachmittags Arbeitsgemeinschaften, Förder- und Forderunterricht und Hausaufgabenhilfe. Wer länger in der Schule ist, braucht mehr Platz, auch die Möglichkeit, sich mal zurückzuziehen. Auch die Inklusion fordert Platz. Kleingruppen müssen besonders gefördert werden, das geht in sogenannten Differenzierungsräumen, die an Klassenräume angeschlossen sind, besser als auf dem lauten Flur.

Ja, viele Gymnasien werden zu spät fertig, aber wenn der Umbau den neuen Bedingungen für Schule Rechnung trägt, kann man auch mal übergangsweise mit Containern leben und lernen. Improvisieren sind Schüler und Lehrer gewohnt.

Von Saskia Döhner

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