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Hannover Stadt will Zahl der Tauben verringern – mit Taubenschlägen
Nachrichten Hannover Stadt will Zahl der Tauben verringern – mit Taubenschlägen
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06:00 16.04.2019
Insbesondere rund um den Hauptbahnhof ist die Zahl der Tauben hoch, hat die Stadtverwaltung festgestellt. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Sie beschmutzen Fassaden, fliegen in U-Bahnstationen umher und gelten als Krankheitsüberträger – Tauben sind in Großstädten nicht besonders beliebt. In Hannover will die Stadtverwaltung jetzt entschiedener gegen die Ausbreitung der Tiere vorgehen. Zusammen mit Tierschutzvereinen plant sie, an verschiedenen Standorten kontrollierte Nistplätze anzubieten. Dahinter steckt die Idee, die Eier brütender Vögel durch Attrappen zu ersetzen. „Die Tauben würden von den bisherigen Brutplätzen in die Taubenhäuser umgesiedelt und die bisherigen Brutplätze werden verschlossen“, erläutert Stadtsprecher Udo Möller das Vorgehen. Tierschützer und City-Kaufleute begrüßen die Initiative. „Dadurch lässt sich die Population effektiv regulieren“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Er beklagt, dass Natursteinfassaden in der Innenstadt regelmäßig mit viel Aufwand von Taubenkot gereinigt werden müssen.

Zu viele Tauben an vier Orten in der Stadt

An vier Orten hat die Stadt zusammen mit Tierschützern eine erhöhte Taubenpopulation registriert: Auf dem Raschplatz, am Küchengarten in Linden, auf dem Mühlenberger Markt und an der Noltemeyerbrücke in Groß Buchholz. Wo die Taubenschläge in der Nähe dieser Orte eingerichtet werden sollen, ist noch unklar. „Es eignen sich dafür entsprechend ausgestaltete Räume auf Dachböden und ähnliches“, sagt Möller. Die Stadt hofft, dass sich Hauseigentümer melden und Flächen zur Verfügung stellen. „Die Ausgestaltung, Pflege und Reinigung würden wir in Zusammenarbeit mit den Tierschutzorganisationen übernehmen“, sagt Möller. Möglich wären nach Auskunft der Stadt auch sogenannte Taubentürme, das sind Taubenschläge, die nicht in einem bestehenden Haus untergebracht sind, sondern frei auf Stelzen stehen.

Die Stadt setzt nicht nur auf Eiertausch, um die Zahl der Tiere in den Griff zu bekommen. Auch das Fütterungsverbot soll strenger kontrolliert werden, insbesondere rund um die geplanten Taubenschläge. In den Vogelhäusern selbst werden die Tiere mit artgerechtem Futter versorgt.

Tierschützer: Taubenkot nicht ätzend

Tierschützer fordern schon seit Langem, öffentliche Taubenschläge einzurichten. „Das ist die einzig sinnvolle Maßnahme“, sagt Eleonora Tilse vom Verein Netzwerk Taubenrettung. Ein Fütterungsverbot lasse sich nicht durchsetzen und bringe wenig. „Tauben brüten auch dann, wenn sie wenig Futter finden“, sagt die Tiermedizinstudentin. Bei artgerechter Fütterung im Taubenschlag sei der Kot der Tiere von anderer, deutlich festerer Beschaffenheit. Durchfall bekämen die Vögel nur von Essensresten, die sie auf der Straße finden. „Der Kot ist im Übrigen keinesfalls ätzend“, sagt Tilse. Das sei ebenso ein Vorurteil wie die Annahme, dass Tauben Krankheiten übertragen.

Verein betreibt Taubenschlag in Linden

Der Tierschutzverein unterhält bereits einen Taubenschlag in der Lindener Kochstraße. Dort fliegen mehrere Hundert Tiere ein und aus. „Durch Austausch der Eier können wir die Zahl der Vögel begrenzen“, sagt Katja Maruetté vom Tierschutzverein. Sie hält vor allem einen Taubenschlag im Innenstadtbereich für unerlässlich. „Wir bringen uns bei den Planungen gerne ein“, sagt Maruetté.

Von Andreas Schinkel

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