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Hannover Poetry-Slammer ziehen durch die City von Hannover
Nachrichten Hannover Poetry-Slammer ziehen durch die City von Hannover
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00:18 29.10.2017
Von Uwe Janssen
Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Das passt schon alles ganz gut zusammen. Eine umgedrehte Gilde-Kiste mit einem kleinen Teppich drauf als Bühne, ein Mikrofon, das in einen kleinen, dröhnenden Verstärker auf einer Sackkarre gestöpselt ist, junge Dichter, die bei zugigem Herbstwetter Stehenbleibenden und Vorbeieilenden Gedichte und Geschichten vorlesen - und über allem thront Schiller.

Die Poetry-Slammer zeigen an diesem immerhin regenfreien Donnerstag, dass ihre deutschen Meisterschaften nicht nur unter hannoverschen Dächern stattfinden, sondern dass ihre Kurzauftritte eigentlich überall funktionieren. Schnell hat sich bei dieser Wandervariante des Poesierens, dem „Running Mike“, eine kleine Schar Neugieriger eingefunden und lauscht einigen Teilnehmern des Wettbewerbs. Aber auch wer unangemeldet etwas vorzutragen hat, was nicht rassistisch oder sexistisch ist, darf ran. Es soll eine Bühne für alle sein. Ein „Asphalt“-Verkäufer gesellt sich dazu und hält ein Heft hoch.

Als Erstes stellt sich Mitorganisator Tobias Kunze auf die Kiste und referiert in einem Gedicht über einen Kindergartentrip durch die Stadt. Drei Minuten, und weiter geht’s. Moderiert wird das Open-Air-Intermezzo von Hartmut Pospiech, der in der Szene als alter Hase gilt und als Erfinder der Hamburger Institution „Hamburg ist Slamburg“ hohes Ansehen genießt. Er kennt seine Pappenheimer wie zum Beispiel Micha El Goehre aus Essen, der von Olaf erzählt. Olaf, dem Stagediver, den keiner fangen will und der beim Aufprall auf den harten Boden in 1000 Teile zerspringt, weil er aus Porzellan ist, was er selbst nicht wusste. Geschmunzel, Gelächter, Applaus und - der nächste, bitte! Es gibt keinen roten Faden, der eine erzählt über Popeln in der Straßenbahn, der andere liest Teil zwei aus seiner Hundetrilogie, wieder ein anderer hat sechs Minigedichte mitgebracht.

Ezgi Zengin aus Augsburg nutzt die Gelegenheit auch noch mal, vor Publikum aufzutreten und einen kleinen Liebesfilm in Gedichtform vorzutragen. Sie ist am Vorabend aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Trotzdem will sie bis zum Ende der Meisterschaften am Wochenende bleiben, „die Stimmung ist sehr harmonisch“, sagt sie auf dem Gang zur zweiten Station. Der Umzug ist einfach: Sackkarre und Bierkiste packen, die kleine Schar wandert zur Kröpcke-Uhr, in der es eine kleine Fotoschau zum Thema Slam-Poetry gibt. Dort finden sich neue Zuhörer, es sind auch schon einige da, die einem älteren Mann lauschen, der zwar nicht dazugehört, aber mit ausgebreiteten Armen seinen persönlichen Slam über den Platz skandiert.

Dritte Station ist der Platz vor der Touristen-Info vis-à-vis dem Bahnhof. Hier endet die kleine, Tournee. Von vielen im Vorbeigehen registriert, von einigen herzlich gemocht, ein bisschen improvisiert und grundsympathisch.

Abends geht’s weiter. Unterm Dach des Wettbewerbs. Und sowieso.

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