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Hannover Thorenz gibt HiFi-Geschäft in der Karmarschstraße auf
Nachrichten Hannover Thorenz gibt HiFi-Geschäft in der Karmarschstraße auf
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00:15 03.01.2019
Nach 44 Jahren ist Schluss: Jürgen Thorenz vor seinem Geschäft in der Karmarschstraße. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Für viele Hannoveraner ist es der Inbegriff für HiFi-Qualität in der Innenstadt: Seit 44 Jahren betreibt Jürgen Thorenz sein gleichnamiges Geschäft, zunächst war es an der Goethestraße, seit 33 Jahren in der Karmarschstraße. Ende Februar ist Schluss. Der Unternehmer hat keinen Nachfolger gefunden. Damit verschwindet ein weiteres Fachgeschäft aus der Innenstadt.

Die Entscheidung sei ihm sehr schwer gefallen, sagt der 69-Jährige, „aber jetzt gehe ich zufrieden“. Alle Stammkunden seien informiert, zwei Monate lang soll nun der Ausverkauf laufen.

„Gleicher Service für alle“

Thorenz war ein Pionier der HiFi-Branche. Als wahrscheinlich erster in Hannover bot er 1974 einen Rund-um-die Uhr-Service für Fernsehgeräte an, konnte 1975 als bundesweit erster Panasonic-Geräte in Deutschland anbieten. Zur Weltausstellung stattete er 2800 Wohnungen für Expo-Mitarbeiter mit Fernsehern und Telefonie aus. Die VIP-Logen im Stadion, die Monitortechnik für den Organisten der Marktkirche, Technik in Hotels, Cafés und Altenheimen wurde von ihm installiert. Dabei stand bei ihm stets die Faszination für gute Technik im Vordergrund. „Wir hatten die unterschiedlichste Kundschaft“, sagt er, aber „vom Studenten bis zum Bundeskanzler“ hätten alle „unterschiedslos den gleichen Service“ erfahren.

Mit dem Aufkommen der Computer schwand für viele Kunden die Faszination von High-Fidelty-Technik. „Wir spüren aber, dass sie seit etwa zehn Jahren wieder zurückkehrt, heute mit kabellosen Systemen und noch besserer Bedienbarkeit“, sagt Thorenz. Trotz intensiver Nachfolgersuche aber habe niemand das gut eingeführte Geschäft übernehmen wollen. Die noch neun Mitarbeiter haben Jobangebote beim Technikverbund Expert, der im Raum Hannover 21 Geschäfte betreibt. Dort läuft auch der Service für bei Thomann gekaufte Geräte weiter – das Geschäft ist seit 25 Jahren Mitglied in dem Verbund. Der Inhaber will die freiwerdende Zeit nutzen, um mit seinen beiden Enkeln mehr zu unternehmen und zu reisen.

85 Prozent Filialen in der City

Für die Karmarschstraße, die als Qualitätsmeile der inhabergeführten Fachgeschäfte gilt, ist der Weggang ein echter Verlust – und auch für den gesamten Innenstadthandel. Hannover hat einen Filialisierungsgrad von rund 85 Prozent – 15 Prozent inhabergeführte Geschäfte gilt im Vergleich deutscher Großstädte als außergewöhnlich gut. I.G. von der Linde, Horstmann+Sander, Haushaltswaren Weitz, Parfümerie Liebe, Mäntelhaus Kaiser, Buchhändlern wie Decius und viele andere Fachgeschäften sorgen dafür, dass das Einkaufserlebnis in Hannover nicht austauschbar ist. Immer öfter aber verschwinden jetzt alte Namen. Im Frühjahr verabschiedete sich der Küchenhändler Le Coq in der Osterstraße, im Herbst schloss Schreibwarenhändler Osswald sein Geschäft am Schiffgraben, danach verließ Berufsbekleider Christoph & Oschmann seinen Laden am Steintor. Und jetzt geht Thorenz.

Von Conrad von Meding

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