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Hannover Schneller bauen und Profs einstellen: Stiftung als Erfolgsmodell
Nachrichten Hannover Schneller bauen und Profs einstellen: Stiftung als Erfolgsmodell
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00:19 29.11.2018
Feiern die Tierärztliche Hochschule: Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Universität Hildesheim, Tiho-Präsident Gerhard Greif und Wissenschaftsminister Björn Thümler (von links). Quelle: Samantha Franson
Hannover

Wenn die Stiftung Tierärztliche Hochschule feiert, lassen sich gleich zwei Minister sehen. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler lobt Montag das internationale Renommee der Tiho und ihre exzellente Ausbildung. Kabinettskollegin Barbara Otte-Kinast lauscht im Publikum. In früheren Zeiten wäre sie als Agrarministerin verantwortlich für die Hochschule gewesen, inhaltlich ist die Kooperation in Fragen von Tierzucht und Tierschutz weiter eng.

Die Tiho hat gleich mehrere Anlässe zum Feiern zusammengewürfelt: Vor 240 Jahren wurde sie auf Weisung des Königs Georg III. als Roßarzney-Schule gegründet, seit 100 Jahren hat sie das Promotionsrecht und seit 15 Jahren ist die Tiho Stiftungshochschule. Dieser letzte Punkt hat die Situation der Hochschule deutlich verändert. Die Anzahl der Studenten, oder eher Studentinnen, ist innerhalb von 16 Jahren um 30 Prozent gestiegen auf aktuell 1648 angehende Tiermediziner sowie 47 zukünftige Biologen.

„Wir wollten die Autonomie als Stiftung, damit wir schnell flexibel handeln können“, berichtet Hochschulpräsident Gerhard Greif. Er selbst ist seitdem Dienstherr der aktuell 70 Professoren. Die Hochschule ist im Besitz der Liegenschaften, kann selbst bauen und Professoren berufen – und damit leichter Schwerpunkte bilden. „Wir konnten unseren 42-Hektar-Campus, der zuvor ein Flickenteppich war, arrondieren.“ Die Tiho baute neue Kliniken und zuletzt das Forschungszentrum RIZ mit dem Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind. Verkürzte Entscheidungswege führen zur schnelleren Besetzung von Stellen, betont Greif. „Wir haben uns so stark auf Infektionsmedizin ausgerichtet.“

„Mit dem staatliche Baumanagement stünde heute am Bünteweg wahrscheinlich noch ein Bauzaun“, lästert Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Universität Hildesheim, ebenfalls seit 15 Jahren in Trägerschaft einer Stiftung. Minister Thümler nimmt es mit Humor. „Die Stiftungshochschulen brauchen im Grunde kein Ministerium mehr, außer für die Knete.“ Denn das Land finanziert auch diese Hochschulen. Die Tiho bekommt 61 Millionen Euro bei einem Jahresetat von rund 100 Millionen Euro, weitere Einnahmen stammen aus Dienstleistungen (auch an rund 30.000 tierischen Patienten pro Jahr) und Forschungsdrittmitteln.

„Uns allen war klar, dass die Stiftungshochschulen sich kein großes Vermögen aufbauen können“, betont Friedrich. Der Tiho hilft der Status als Stiftung zumindest gelegentlich, Erbschaften einzuwerben. Zur Feier erschienen auch Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas, Volker Epping, Präsident der Leibniz-Uni, Bürgermeisterin Regine Kramarek sowie Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Von Bärbel Hilbig

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