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Hannover Gnadengesuch: Tierheim will Chicos Einschläferung verhindern
Nachrichten Hannover Gnadengesuch: Tierheim will Chicos Einschläferung verhindern
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00:24 11.04.2018
„Massive Beleidigungen gegen Mitarbeiter und ein Einbruchsversuch“: Chico befindet sich im Langenhagener Tierheim. Quelle: Dröse
Hannover

 Seit Freitag steht fest: Der Staffordshire-Terrier Chico, der am Dienstag einen 27-jährigen Mann und dessen Mutter (52) in ihrer Groß-Buchholzer Wohnung getötet hat, soll eingeschläfert werden. Von Seiten der Stadt heißt es, dass Chico bereits am Montag eingeschläfert werden soll. Der Tierschutzverein Hannover will das nun allerdings noch kurzfristig verhindern. Zu Beginn der Woche soll ein Schreiben an die Stadt gehen, das Chico das Leben retten soll: „Wir wollen einen Gnadengesuch einreichen“, sagt Geschäftsführer Heiko Schwarzfeld

Die Idee: Der etwa achtjährige Staffordshire-Terrier soll in eine Einrichtung für auffällig gewordene Tiere in einem anderen Bundesland gebracht werden. Laut Schwarzfeld stehe man in Kontakt mit dem Heim. „Dort gibt es speziell ausgebildete Mitarbeiter. Das Gelände dort ist abgesichert.“ Auf dem Gnadenhof werden auch Hunde gehalten, die zuvor als gefährlich eingestuft werden. „Warum sollte man nicht die Alternativen zur Einschläferung ausschöpfen, wenn es welche gibt“, sagt Schwarzfeld. Ob diese Idee auch umgesetzt wird, müsste die Stadt entscheiden. 

Einbruch in Tierheim Langenhagen missglückt

Die geplante Tötung des Staffordshire-Terriers stößt bei Tierrechtsaktivisten und auch vielen Tierfreunden auf massiven Protest. Zwischen Freitag und Sonnabend haben Unbekannte versucht, in das Langenhagener Tierheim einzubrechen. Dorthin hatte die Feuerwehr den Hund in der Nacht zum Mittwoch gebracht, nachdem die Einsatzkräfte ihn in der Wohnung an der Buchnerstraße eingefangen hatten. Am Eingang zum Quarantänebereich des Tierheims finden sich entsprechende Hebelspuren. „Gut möglich, dass die Täter versucht haben, Chico zu befreien“, sagt Geschäftsführer Schwarzfeld. Der Einbruchversuch scheiterte aber.

Im Heim steht das Telefon seit Chicos Einlieferung nicht mehr still. Laut Schwarzfeld werden die Mitarbeiter massiv beleidigt: „Wir werden als Mörder beschimpft.“ Eine Anruferin soll gesagt haben: „Da sitzt der fette Vorsitzende mit seiner Krawatte im Bürostuhl und entscheidet über Leben und Tod.“

Demo für Chico in der Leinstraße

Am Sonntagnachmittag soll der Protest gegen die Einschläferung des Hundes auf die Straße gebracht werden: Um 15 Uhr wollen Tierschützer vor dem Veterinäramt an der Leinstraße demonstrieren. Das Motto der Demo: „#freechico“. Laut Polizei werden rund 120 Teilnehmer erwartet. Seit Freitag läuft auf der Internetseite Change.org außerdem die Petition „Lasst Chico leben“. Bis zum Sonntagmittag hatten rund 210.000 Menschen unterschrieben.

„Das Gerechtigkeitsempfinden der Menschen ist berührt“, sagt Heiko Schwarzfeld zur Anteilnahme gegenüber dem Schicksal des Hundes. „Man kann dem Tier nicht die alleinige Verantwortung zuschieben für das, was passiert ist“, sagt er. „Aber man muss auch berücksichtigen, dass zwei Menschen getötet wurden.“ 

Falls der Hund wie geplant eingeschläfert wird, soll er obduziert werden. Offenbar hat der Staffordshire-Terrier ein oder mehrer Tumore im Maul – und  möglicherweise auch im Gehirn. Es soll geprüft werden, ob die Geschwüre eventuell die für die gesteigerte Aggressivität des Hundes verantwortlich sind.

Von Manuel Behrens

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