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Hannover Todkranker DJ kämpft um vorzeitige Scheidung
Nachrichten Hannover Todkranker DJ kämpft um vorzeitige Scheidung
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00:18 21.10.2017
Von Michael Zgoll
Kämpft vor Gericht: Guy Menze will vorzeitig geschieden werden.Foto: Zgoll Quelle: privat
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Hannover

Im November 2016 hatte er ihr offenbart, dass er sich in eine 41-Jährige verliebt habe, am 1. Dezember zog er mit der neuen Partnerin in einer Mietwohnung in Nienburg zusammen. Diese Frau hat ebenso wie er zwei kleine Kinder und trennte sich zeitgleich von ihrem Ehemann.

Neue Partnerin gefunden

Doch vor dem Familiengericht erlitt Menze jetzt eine Niederlage. „Dass sich allein durch das Fortbestehen des Ehebandes eine weitere Verschlimmerung der Erkrankung und der Leiden ergibt, kann nicht konkret festgestellt werden“, heißt es in einem Beschluss des Amtsgerichts Stolzenau. Die Ehe hindere den 43-Jährigen nicht daran, seine verbleibende Zeit „mit seiner neuen Partnerin zu durchleben und von ihr Beistand zu erhalten“. Immerhin habe Menze seine Ehefrau verlassen, nicht umgekehrt. Also müsse er sich bis zum Ablauf des Trennungsjahrs am 17. November 2017 gedulden.

Menze arbeitete 15 Jahre bei einer Telefongesellschaft in Hannover, nun bezieht er eine Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsrente. Nebenberuflich war er viele Jahre als Discjockey unterwegs. Im Jahr 2013 wurde dem Nichtraucher dann die niederschmetternde Diagnose mitgeteilt: Lungenkrebs. Kurz danach amputierte man ihm einen Unterschenkel. Es folgten diverse Lungen-OPs und Chemotherapien in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), doch die Metastasen breiteten sich immer weiter aus. „Mein Lungenvolumen liegt inzwischen unter 30 Prozent“, sagt er. Eigentlich hätten die Ärzte erwartet, so Menze, dass er schon 2015 sterbe. „Aber ich bin wohl ein zäher Hund.“

Er wisse nicht, klagt der Frührentner, was es noch für Gründe brauche, um sich vorzeitig scheiden zu lassen, wenn nicht eine Krebserkrankung im Endstadium. Sein Anwalt Marko Oldenburger verweist auf den Familienrechts-Paragrafen 1565, wo es heißt: „Leben die Ehegatten noch nicht ein Jahr getrennt, so kann die Ehe nur geschieden werden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde.“

Nachdem die Ehefrau mit der Trennung konfrontiert worden sei, erklärt der Anwalt, habe sie ihren Mann vielfach angefeindet und „verbal mit Dreck beworfen“; letztlich gehe es ihr darum, die Witwenrente zu behalten und sich einem Vermögensausgleich zu verweigern. „Einem Ehegatten, der sich im Sterbeprozess befindet, muss es aber möglich sein, eine zerrüttete Ehe zu beenden“, sagt Oldenburger. Dass seinem Mandanten die vorzeitige Scheidung verwehrt werde, trage vermutlich zu einer Verschlimmerung seines Gesundheitszustands bei.

„Respektlose Entscheidung“

Der Jurist kündigt an, Beschwerde gegen die „unerträglich respektlose Entscheidung“ des Amtsgerichts Stolzenau einzulegen. Auch will er beim Oberlandesgericht Celle darauf hinwirken, dass es zu einer schnellen Abtrennung des Versorgungsausgleichsverfahrens kommt. Guy Menze hofft, dass er dies noch erleben wird, und will nicht vorzeitig aufgeben. Auch wenn er inzwischen zu schwach ist, um seine Tonanlage selbst aufzubauen, legt er immer noch als DJ auf: „Das hält mich am Leben.“

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