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Hannover Als Waffe eingesetzte Astschere verletzte Opfer schwer
Nachrichten Hannover Als Waffe eingesetzte Astschere verletzte Opfer schwer
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00:17 15.02.2019
Der Angeklagte Florian W. bespricht sich mit seinem Verteidiger Björn Nordmann. Quelle: Frank Wilde
Hannover

 Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung muss sich seit Dienstag der 24-jährige Florian W. vor dem Schwurgericht Hannover verantworten. Er ist angeklagt, am 6. August 2018 einem 42-jährigen Mann in einer Gartenlaube der Ledeburger Kleingartenkolonie Tannenkamp-Mecklenheide eine Astschere in die Brust gerammt zu haben. Vorausgegangen war der Tat ein Streit unter den alkoholisierten Männern, die Freundin des Opfers und ihr Pitbull waren offenbar Auslöser des Konflikts. Das Gartengerät drang elf Zentimeter tief in die Brust des Opfers ein, verletzte den Mann an Lunge sowie Leber und verfehlte das Herz nur um Haaresbreite. Dank zweier Operationen überlebte der 42-Jährige den Angriff, leidet aber bis heute unter den seelischen wie körperlichen Folgen der Tat.

Der Angeklagte, der bei der Tat aufgrund einer seelischen Störung möglicherweise vermindert schuldfähig war, äußerte sich zu Beginn der Verhandlung ebenso wenig zu den Vorwürfen wie sein Verteidiger Björn Nordmann. So rief der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch das Opfer, einen arbeitslosen Maler und Lackierer, schnell in den Zeugenstand.

Zuvor wurde Frau attackiert

Dieser schilderte, dass sich an jenem Montag gegen Spätnachmittag drei Männer und ihre Freundinnen im Garten aufhielten und grillen wollten. Er habe den Angeklagten und seine Freundin nicht persönlich gekannt, W. habe schon nach kurzer Zeit herumgepöbelt. Als der Gast den Pitbull seiner 24-jährigen Freundin streicheln wollte, verbat sich die Frau diese Annäherung. Die beiden gerieten in Streit, und irgendwann spuckte W. – so die Aussagen von zwei Beteiligten – der Hundebesitzerin ins Gesicht und warf ihr einen gefüllten Wasserkanister an den Kopf. Das wiederum war für den 42-Jährigen der Moment, in dem er eingriff – und wenig später von seinem Kontrahenten mit der Astschere schwer verletzt wurde.

Nach der Tat floh W. mit seiner Freundin Richtung Stadtbahnhaltestelle Mecklenheidestraße, von dort soll das Paar Richtung Innenstadt gefahren sein. Anschließend blieb der 24-Jährige tagelang verschwunden, bis er eine Woche später von Zielfahndern in seiner Heimatstadt Wiesbaden festgenommen wurde.

Der Prozess wird in einer Woche fortgesetzt. Die Kammer hofft, dass sie bis dahin auch den dritten Mann der Grillparty – der ein wichtiger Augenzeuge des Tatgeschehens ist – aufgespürt hat. In der Verhandlung am Dienstag fehlte dieser Zeuge unentschuldigt.

Von Michael Zgoll

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