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Hannover Die CDU in Hannover kann sich nicht freuen
Nachrichten Hannover Die CDU in Hannover kann sich nicht freuen
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23:21 15.10.2017
Sichtlich enttäuscht: CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann. Quelle: Christian Behrens
Hannover

In der edlen Party-Location der CDU, dem Cavallo in Hannover-Vahrenwald, wollte keine Feierstimmung aufkommen. Die Anspannung auf die Prognose war den Gästen ins Gesicht geschrieben. „Ich habe die Zahlen gehört. Es sieht nicht gut aus für uns, aber ich drücke natürlich weiterhin die Daumen“, sagte ein Gast. Deutlicher formulierte es Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer: „Wir sind alles andere als fröhlich“, sagte er kurz vor den ersten Hochrechnungen. Die trübe Stimmung machte sich auch an der Snack-Bar bemerkbar. Der „Wahl-Mampf“, wie die Christdemokraten die kleinen Chips-Tüten tauften, wurden kaum angerührt.

18 Uhr: Auf einer großen Leinwand werden die ersten Zahlen verkündet. Keine Regung bei den Partygästen, als die 35 Prozent der CDU genannt werden. Der Saal erwachte erst, als die Zahl der Linken fiel: 4,5 Prozent. Pfiffe und großer Jubel durchbrachen die Stille. „Mich freut es, dass die Linke offenbar nicht ins Parlament einzieht“, sagt Lukas Pillich, der bei den Kommunalwahlen als Direktkandidat angetreten war.

Die große Frage lautete nun: Große Koalition oder Jamaika? „Ganz klar Groko“, sagte Pillich. Eine andere Möglichkeit gebe es nicht. Den TV-Auftritt vom SPD-Mann-der-Stunde Stephan Weil verfolgen die Gäste im Cavallo nur mit Desinteresse. Von Hannovers CDU-Chef Toepffer gab es stattdessen Worte der Hoffnung: „Ohne uns geht es nicht“, sagte er in einer kurzen Ansprache vor den Partygästen. Es gebe allerdings keine klare Präferenz für eine bestimmte Koalitionszusammensetzung, sagte er im Gespräch mit der HAZ. Die Gäste haben sich dagegen entschieden: Die GroKo ist das große Thema. Hauptsache mitregieren, hört man immer wieder an den Stehtischen.

Doch auch, wenn man sich auf der Wahlparty gegenseitig mit GroKo tröstet, für die CDU ist es eine bittere Wahlnacht. Sie haben mit 33,6 Prozent das schlechteste Ergebnis seit 1959 erzielt und fast alle Wahlkreise in Hannover und Region an die SPD verloren. "Hannover ist Weil-Land", sagt Jesse Jeng aus dem Wahlkreis Hannover-Ricklingen. Auf eine Zahl ist der 29-Jährige aber stolz: In Mühlenberg hat die AfD erheblich an Stimmen verloren. "Das hängt sicherlich mit unserem Wahlkampf dort zusammen", sagt Jeng. 

Auch Mareike Wulf, die Hoffnung der CDU im Wahlkreis Hannover-Mitte, musste eine Niederlage einstecken. Bei Koalitionsprognosen ist die 38-Jährige vorsichtig, eins ist aber sicher: "Es wird ein langer Abend", sagt sie. 

Für CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann sei dieser Wahlabend "ein Wechselbad der Gefühle" gewesen. "Es wäre schöner gewesen, wären wir stärkste Kraft geworden", sagte er bei seiner Rede vor Parteifreunden und Partygästen. "Wir haben gekämpft und wir werden weiter kämpfen", sagte der 50-Jährige. Dafür gab es einen kräftigen Applaus.

Bei jeder Hochrechnung halten die Gäste im Cavallo den Atem. Plötzlich Jubel im Saal: Rot-Grün scheint die Mehrheit knapp verpasst zu haben. Das Rennen bleibt offen. 

Sichtlich enttäuscht: CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann. Quelle: Christian Behrens

Von Andrea Brack

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