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Hannover VIP-Plätze bei 96-Spielen: Mauscheleien bei der Üstra?
Nachrichten Hannover VIP-Plätze bei 96-Spielen: Mauscheleien bei der Üstra?
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00:17 15.02.2018
Verdi-Chef Frank Bsirske (rechts) war häufig mit dem früheren Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg im Stadion zu Gast.   Quelle: HAZ/Montage
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Hannover

Massive Kritik musste sich der frühere Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg anhören, weil während der Tarifauseinandersetzung im März 2014, zu der auch Warnstreiks bei der Üstra gehörten, Verdi-Chef Frank Bsirske auf Kosten des Verkehrsunternehmens ins Stadion eingeladen hatte. 

Der neue Vorstand hat der Begünstigung von Aufsichtsratsmitgliedern jetzt einen Riegel vorgeschoben. Mitglieder des Kontrollgremiums dürfen seit Anfang des Jahres nicht mehr eingeladen werden, haben Volkhardt Klöppner und Denis Hain in einer neuen Richtlinie beschlossen. Zudem dürfen weder Beamte, Richter, Minister noch Mitarbeiter von Verwaltungen eingeladen werden.

Die Üstra hat im Vip-Bereich der HDI-Arena sechs sogenannte Panorama-Buisiness Seats. Dazu gehört ein Sechser-Tisch direkt am Fenster mit Blick aufs Spielfeld und dazugehörige Stadionsitzen. In diesem Bereich sind Speisen und Getränke kostenlos. Die Üstra bezahlt für die sechs Plätze pro Saison 30.000 Euro. Das bedeutet, dass einer dieser VIP-Plätze pro Spiel rund 295 Euro wert ist.  Die Üstra-Tochter Üstra-Reisen hat fünf etwas preiswertere Plätze im VIP-Bereich, diese werden an Reisebürokunden vergeben. 

Nach den neuen Richtlinen ist bei der Üstra jetzt nur noch die Einladung von Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Fahrgästen zulässig. Zudem veröffentlicht der Vorstand auf der Internetseite der Üstra, wer die Plätze bei den jeweiligen Spielen genutzt hat. Beispielsweise gingen die sechs Sitze am vergangenen Sonnabend beim 2:1-Sieg von Hannover 96 gegen Freiburg an sechs Mitarbeiter aus dem Kundenzentrum als Dankeschön für besonderen Einsatz bei der Telefonhotline während einer extremen Wetterlage. 

Wie berichtet sind in die Vergabeaffäre bei der Üstra auch die Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion, Silke Gardlo, und der ehemalige hannoversche SPD-Ratsherr Jürgen Mineur verwickelt. Gardlos Ehemann hatte vom Vorstand einen Auftrag für die Einführung von Gruppenarbeit in Höhe von rund 25.000 Euro erhalten. Gegen Gardlo, die im Üstra-Aufsichtsrat sitzt, liegt inzwischen eine Strafanzeige wegen Vorteilsnahme im Amt vor. Mineur, ehemaliges Aufsichtsratsmitglied, hatte rund 9000 Euro für die Verbesserung eines Computerprogramms zur Feststellung der Pünktlichkeit der Bahnen erhalten. Beide Fälle halten Juristen für fragwürdig. 

Von Mathias Klein

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