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Hannover „Busse und Bahnen stauen sich im Posttunnel“
Nachrichten Hannover „Busse und Bahnen stauen sich im Posttunnel“
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00:19 08.12.2018
Üstra-Stau im Posttunnel neben dem Hauptbahnhof: Drei Stadtbahnen und zwei Busse sollen am „Black Friday“ in der Unterführung nicht vor und nicht zurück gekommen sein. Quelle: Privat
Hannover

War die Verkehrssituation neben dem Hauptbahnhof in den jüngsten besucherstarken Einkaufstagen doch nicht so entspannt, wie es zunächst den Anschein hatte? Jens Pielawa, Kritiker der oberirdischen Stadtbahnführung, zeigte am Mittwoch im Bauausschuss des Rates Fotos, wie in der Unterführung links vom Hauptbahnhof drei Stadtbahnen und zwei Busse direkt hintereinander im Stau standen –und nichts ging mehr. „Von einem reibungslosen Verlauf kann keine Rede sein“, sagt er.

Hannovers Innenstadt hatte am Schnäppchentag „Black Friday“ und am Sonnabend vor dem Ersten Advent einen Besucheransturm erlebt. Anders als in den Vorjahren brach der Autoverkehr in der Kurt-Schumacher-Straße und vor der Ernst-August-Galerie aber nicht zusammen. Stadtbaurat Uwe Bodemann wertete das im Bauausschuss als Beleg dafür, „dass die Situation sich verbessert hat“. Tiefbauchef Andreas Bode bestätigte, dass die Stadt Markierungen und Beschilderungen kürzlich noch einmal geändert habe, insbesondere, um Autofahrer davon abzuhalten, von der Kurt-Schumacher-Straße in den sogenannten Posttunnel neben dem Hauptbahnhof zu fahren – das ist jetzt verboten.

Pielawa kritisierte, trotz der neuen Markierungen herrsche teils Chaos – oder sogar deswegen. Zum Teil sei die Linienführung auf den Asphalt irreführend und leite Autofahrer verkehrswidrig in den Gegenverkehr. Der Verkehr sei quasi zusammengebrochen, wovon die haltenden Stadtbahnen und Busse auf dem Foto vom Freitag zeugten. Am Sonnabend habe eine Stadtbahn vom ZOB bis zur Rosenstraße acht Minuten gebraucht, „für 350 Meter“, sagt Pielawa. Bode widersprach dem Vorwurf: Die Markierungen seien nicht verkehrswidrig, aber man überlege, noch etwas daran zu optimieren. Bodemann sagte, man könne nie ganz verhindern, dass Autofahrer vorschriftswidrig vom Bahnhofsplatz in die Lister Meile führen. Dafür, das zu ahnden, sei aber die Polizei da.

Der Ärger insbesondere um die Kreuzung am Hauptbahnhof hält an, seit die Region beschlossen hat, für die neue Trassenführung der Stadtbahnlinien 10 und 17 (D-Linie) keinen Tunnel zu graben, sondern sie auch in der Innenstadt oberirdisch zu bauen. Verkehrsgutachter hatten errechnet, dass es nicht zu nennenswerten Problemen für Busse, Bahnen und Autos komme. Dezeit wird allerdings noch an der Strecke gebaut. In wenigen Tagen soll der neue Hochbahnsteig Steintor in betrieb gehen, zudem sollen mehrere Regiobus-Linien wieder durch die Kurt-Schumacher-Straße fahren. „Ich frage mich, wie das funktionieren soll“, sagt Pielawa. Bode gab sich zuversichtlich. Man habe auch die Ampelsteuerung verbessert, damit der Verkehr besser durch die Schillerstraße abfließen könne.

Von Conrad von Meding

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