Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Diesen neuen Namen soll die Emmich-Cambrai-Kaserne tragen
Nachrichten Hannover Diesen neuen Namen soll die Emmich-Cambrai-Kaserne tragen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 03.02.2018
Die Emmich-Cambrai-Kaserne im Norden Hannovers könnte bald Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne heißen.  Quelle: Clemens Heidrich
Anzeige
Hannover

  Die Emmich-Cambrai-Kaserne im Norden Hannovers steht kurz vor ihrer Umbenennung. Die Führung des Standorts hat die Namensänderung offiziell beim Bundesverteidigungsministerium in Bonn beantragt. „Wir stehen damit vor dem letzten Schritt“, sagt Oberst Dirk Waldau, Kommandeur der in der Kaserne stationierten Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr. Sollte das Mininisterium grünes Licht für die Umbenennung geben, lautet der neue Titel Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne. Der Vorstoß, den Standort an der Ecke VahrenwalderStraße und Kugelfangtrift umzubenennen, kam aus der Truppe.

Im Zuge des Skandals um den rechtsextremen Soldaten Franco A. stimmten die in der Emmich-Cambrai-Kaserne stationierten Feldjäger im Juni 2017 darüber ab, ihrem Standort einen unvorbelasteten Namen zu geben. Der erste Namensteil der Kaserne leitet sich vom preussischen General Otto von Emmich ab. Unter anderem führte er im Ersten Weltkrieg das Armeekorps an, das im August 1914 die belgische Stadt Lüttich eroberte. Cambrai wiederum ist der Name einer nordfranzösischen Stadt, die im Ersten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt wurde. Dort fand auch die erste große Panzerschlacht der Geschichte statt.

Lagenstein 2011 in Afghanistan getötet

Der mögliche neue Namenspatron Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein wiederum war bei der ISAF-Mission in Afghanistan als Personenschützer im Einsatz. Der in Hannover stationierte Feldjäger wurde dabei im Mai 2011 im Alter von 31 Jahren durch ein Sprengstoffattentat im Gouverneurspalast der Stadt Taloqan getötet. Er ist der erste im Einsatz gefallene Feldjäger seit Bestehen der Bundeswehr. Bei dem Anschlag starb auch der 43-jährige Major Thomas Tholi. Generalmajor Markus Kneip, damaliger Kommandeur der 1. Panzerdivision, wurde schwer verletzt.

Das Vorgehen, eine Kaserne umzubenennen, ist kompliziert und langwierig. Nach dem Votum der Soldaten musste erst der Inspekteur des Kommandos Streitkräftebasis zustimmen, danach folgte die Genehmigung der Stadt Hannover. „Die Rückbesinnung auf in der Reichswehr und Wehrmacht geltenden Traditionsrichtlinien, zum Beispiel durch Herausstellen militärischer Erfolge in beiden Weltkriegen“ entspreche nicht mehr dem heutigen Wertebezug der Bundeswehr, heißt es dazu im Antrag zur Umbenennung im Verwaltungsausschuss. Tobias Lagenstein als neuer Namenspatron sei eine gute Wahl, da sein Tod als erster im Einsatz gefallener Feldjäger der Bundeswehr „eine besondere Zäsur“ darstelle. Am 11. Januar stimmte der Ausschuss der Umbenennung zu.

Umbenennung womöglich bis zum Sommer

Die letzte Hürde war die Zustimmung der Angehörigen Lagensteins. „Ohne sie wäre es nicht gegangen“, sagt Oberst Waldau. Ende Januar fand das Treffen mit der Familie statt, die ihre Erlaubnis schließlich erteilte. Der Antrag wird dem Verteidigungsministerium in den nächsten Tagen zugestellt, dann muss in Bonn über die Namensänderung entschieden werden. Kommandeur Waldau hofft auf einen positiven Entscheid. Sollte das Vorhaben gelingen, könnte womöglich bereits im Sommer der neue Name an der Kasernenmauer stehen.

Von Peer Hellerling

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die in Hannover geborenen Opernsängerin und TV-Schauspielerin Nicola Tiggeler ist am 4. Februar in dem Rosamunde Pilcher-Film „Das Vermächtnis unseres Vaters“ zu sehen. Mit der HAZ sprach sie über ihre schauspielerischen Wurzeln und ihre Arbeit.

31.01.2018

Er gilt als einer der besten Kenner deutsch-jüdischer Belange. Bei einem Vortrag in der Marktkirche hat der Historiker Michael Wolffsohn jetzt Gemeinsamkeiten der Religionen ausgelotet.

31.01.2018

Weil er verdächtige Geräusche im Bürogebäude hörte, hat ein Angestellter am Dienstagmorgen schnell reagiert und einen Dieb eingeschlossen. Anschließend rief der 53-Jährige die Polizei, die den Einbrecher kurze Zeit später festnehmen konnte.

31.01.2018
Anzeige