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Hannover Bundesministerium macht sich über Elfenbeauftragte lustig
Nachrichten Hannover Bundesministerium macht sich über Elfenbeauftragte lustig
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00:17 11.08.2018
Die Baustellen auf der A 2 führen regelmäßig zu schweren Unfällen. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Mit ihrem Einsatz an der unfallträchtigen Autobahn 2 hat eine selbsternannte „Elfenbeauftragte“ nachhaltige Erschütterungen ausgelöst. Nach einem Artikel in der HAZ berichten Medien landauf, landab, das Internet empört sich und das niedersächsische Verkehrsministerium sieht sich gezwungen, einiges gerade zu rücken. „Wir verlassen uns nicht auf Elfen, Trolle und andere überirdische Wesen“, betont Ministeriumssprecher Eike Frenzel.

Elfenbeauftragte kommt nicht mehr zum Einsatz

Melanie Rüter, nach eigenen Angaben begabt im Verständnis so mancher Naturwesen, erspürte im Juni an einem Teilstück der Autobahn „sehr traurige Energien“ und machte sich daran, für einen spirituellen Ausgleich zu sorgen. Beteiligt an dem ganzen Vorgang war die Landesstraßenbaubehörde, die Rüter bei einer ohnehin anstehenden Kontrollfahrt mitnahm. Völlig wertfrei, doch Behördenchef Friedhelm Fischer musste deshalb diese Woche zum Rapport ins Ministerium. Dabei stellte sein Vorgesetzter klar, dass sich eine derartige Situation nicht wiederholen dürfe.

„Spiritualität halten wir nicht für das geeignete Mittel, um den Straßenverkehr sicherer zu machen“, bekräftigt Frenzel. Die Streckenkontrollfahrt habe nicht die Zustimmung des Ministeriums gehabt. Stattdessen setze man auf durchdachte verkehrsplanerische Konzepte. Kürzlich hatte Verkehrsminister Bernd Althusmann ein neues Baustellenmanagement für die A 2 vorgestellt. Eine flexible Verkehrsführung mit ausreichend Fahrstreifen soll die Gefahr von Staus und damit Unfällen verringern. Ein tatsächlich sehr ernstes Thema, Elfen passen da eher nicht. Der Fall sei geeignet, die bereits ergriffenen und zukünftigen Maßnahmen und damit die Arbeit aller Mitarbeiter im Ministerium und der Landesstraßenbaubehörde, die sich ernsthaft und mit viel Engagement für die Sicherheit auf Niedersachsens Straßen einsetzen, in der Öffentlichkeit zu konterkarieren.

Von der Elfenebauftragten zu Harry Potter

In der Sache mag das Bundesverkehrsministerium mit den Niedersachsen auf einer Linie liegen, die Berliner bemühen sich aber um einen deutlich weniger strengen Ton. Ein Sprecher meint dazu: „Der Bund wird Elfenbeauftragte für die Sicherheit auf deutschen Straßen einsetzen, sobald Harry Potter zum Bundeszaubereiminister berufen ist.“

Fischer wird kaum geahnt haben, dass unmerkliche Schwingungen eine solche Welle auslösen können. Der tolerante Behördenchef, der selbst nicht an Fabelwesen glaubt, möchte sich nicht mehr zu der Elfen-Affäre äußern. Anfangs hatte er jedoch betont, dass durch den Elfeneinsatz keine Kosten und kein Schaden entstanden seien.

Von Bärbel Hilbig

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