Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Bürger wollen mehr Parkraum
Nachrichten Hannover Bürger wollen mehr Parkraum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 26.11.2018
Poller spalten die List Quelle: Bauch
Vahrenwald-List

Lebhafte Auseinandersetzung um Metallpfosten – so viele engagierte Bürger kommen sonst nur beim Thema Straßenbaubeiträge zur Sitzung des Bezirksrats Vahrenwald-List. Diesmal aber war die Aula der Leibnizschule ziemlich gut besucht, und die Einwohnerfragestunde wurde fast ausschließlich für ein Thema genutzt: Die Poller zur Absperrung der Gehwege an der Jakobistraße. Die Pfosten sind beschlossene Sache und unverrückbar, sie stehen dort seit dem ersten Schultag nach den Sommerferien im August und die Aktion hat seitens des Bezirksrats auch plausible Gründe: Falschparker, die vor allem Schulkinder gefährden, sollen ausgesperrt, die Flächen für Passanten attraktiver gestaltet und außerdem der Auto- sowie Parksuchverkehr im Viertel reduziert werden.

Bei vielen Anliegern stößt das Vorgehen auf Unverständnis. Viele melden sich an diesem Abend zu Wort, um zwar grundsätzlich zu betonen, wie gerne sie Rad fahren, aber doch einen Stellplatz für ihr Auto in Wohnungsnähe wünschen. Und die Gehwege an der Jakobistraße dafür wie bislang auch sehr geeignet halten. Andere wiederum haben ein Einsehen in Sachen Verkehrswidrigkeit, fordern aber dafür „Ersatzstellflächen in unmittelbarer Nachbarschaft.“ Ein Geschäftsmann moniert, dass ohne das Gehwegparken seine Kunden ausbleiben. Und räumt damit vermutlich unbeabsichtigt ein, dass er bislang Gehwegestellplätze auch tagsüber für seinen Laden reklamiert hat. Eine Anwohnerin fürchtet sich vor dubiosen Gestalten, die in der List unterwegs sind und ihr zunehmend begegnen könnten, müsse sie ihr Auto all zu weit von Zuhause abstellen. Ein weiterer Teilnehmer der Einwohnerfragestunde möchte eine Duldung des Parkens zwischen 19 und 7 Uhr – „bis eine Alternative im Stadtteil steht“. Ein anderer – mit Doktortitel – betont, dass er für seine anspruchsvolle Tätigkeit sein Auto benötige; und zwar möglichst nahe vor der Tür.

Weder das Thema Parkplätze noch Poller ist neu in der List. Vor 18 Jahren wurde nach vielen Streitigkeiten eine Gehwegabsperrung im Bereich zwischen Voß- und Kollenrodtstraße umgesetzt – mittlerweile ist längst Ruhe. Auch eine Stadtteilgarage war 2005 als Entwurf vorgesehen. „Damals gab es aber so wenige Rückmeldungen von Interessierten, dass wir das Projekt nicht weiter verfolgt haben“, erklärt Bezirksratsherr Bruno Gill (SPD). In den Parkhäusern Zieten- und Edenstraße soll es zudem noch freie Kapazitäten geben.

Es gibt aber auch ein paar andere Stimmen, die sich vor allem für eine Lösung stark machen, die vielen Anwohnern gerecht wird. Und eine Bürgerin bedankt sich ausdrücklich bei der lokalen Politik für ihren Ansatz, den Auto- und Parkverkehr zurückzudrängen. „Wir Pollerbefürworter treten eben etwas weniger offensiv und leiser auf, aber wir sind durchaus viele.“ Nicht jeder im Stadtteil müsse unbedingt ein Auto haben – beziehungsweise dieses vor der Tür parken. Und ein Mann aus der Gabelsbergerstraße fordert, den Platz für Menschen auch für diese freizuräumen. Und Anreize dafür zu schaffen, dass Bürger auf ihr Fahrzeug verzichten.

Dass das Thema Auto und Parken ebenso wie die Kostenbeteiligung am Straßenbau sehr emotionsgeladen ist, zeigt der Abend in der Leibnizschule. Nach den Anwohnern kommen die Stadtteilpolitiker zu Wort – mit vielen Zwischenrufen und Unterbrechungen aus dem aufgebrachten Publikum. Rainer Budnick (Piraten) gesteht den Pollergegnern zu, dass die Umsetzung ohne Vorlauf unangemessen war und dass dringend Lösungen gefunden werden müssen. Sein SPD-Kollege Gill schlägt mehr Schrägparkplätze vor aber auch, privaten Parkraum freizugeben – etwa ungenutzte oder vollgestellte Garagen. Thomas Bechinie (SPD) erklärt, dass der Bezirksrat bei der Entscheidung für die Abpollerung zunächst einmal nach der Gesetzeslage gehandelt habe. „Es ist ein schwieriges Thema, es geht um die ganze List – mehr Menschen, mehr Autos, mehr Schadstoffprobleme.“ Ziel sei durchaus, weniger Fahrzeuge auf den Straßen zu haben. Klaus Geschwinder (Grüne) ergänzt, dass nicht gewollt sei, einen zugeparkten Stadtteil ohne Bäume zu haben. Lars Pohl (CDU) indes hat andere Lösungen parat. Er plädiert dafür, einen Teil der sehr breiten Gehwege abzugrenzen und als Parkraum zu legalisieren. „Kompromisse sind hier erwünscht.“

Von Susanna Bauch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Hannover Weihnachtsausstellung - Museum zeigt Adventskalender

Das Historische Museum präsentiert in einer kleinen Ausstellung Dutzende von Adventskalendern. Diese entstammen christlichen Bräuchen – und waren immer auch Spiegelbild ihrer jeweiligen Epoche.

26.11.2018

Am Mittwoch wird das Licht des Weihnachtsbaums in der Altstadt eingeschaltet – und damit der Weihnachtsmarkt eröffnet. Dabei sammelt der Männerchor der Bäcker-Innung für die HAZ-Weihnachtshilfe.

26.11.2018

Privatleute und Initiativen bieten an der Lutherkirche Kekse, Glühwein, Lesungen und Musik. Der kleine Weihnachtsmarkt läuft vom 6. bis 9. Dezember.

29.11.2018