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Hannover Wird der Engelbosteler Damm Fahrradstraße?
Nachrichten Hannover Wird der Engelbosteler Damm Fahrradstraße?
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09:15 15.11.2018
Engelbosteler Damm soll zur Fahrradstraße werden Foto: Rainer Droese Quelle: Rainer-Droese
Nordstadt

Der Engelbosteler Damm soll zur Fahrradstraße werden. Zumindest ist dies der Wille der Mehrheit im Bezirksrat Nord, die Politiker erhoffen sich eine höhere Verkehrssicherheit in der zentralen Nordstädter Einkaufsmeile. SPD und Grüne haben den Antrag formuliert, der auch verstärkte Kontrollen gegen das Parken in zweiter Reihe einfordert. „Viele Radfahrer fühlen sich bisher auf der Fahrbahn unsicher und weichen deshalb auf den Fußweg aus“, erläutert Grünen-Fraktionschef Stefan Winter. Linke, Piraten und Die Partei stimmten zu, CDU und FDP lehnten den Antrag ab. Im Bezirksrat ging dem Beschluss eine lebhafte Diskussion voraus. Zahlreiche Geschäftsleute unterstützen das Vorhaben, andere sehen ihren Betrieb gefährdet.

In einer Fahrradstraße dürfen Radler nebeneinander fahren. Radfahrer haben Vorrang und dürfen nicht behindert oder gefährdet werden. Es ist aber nicht grundsätzlich verboten, dass Autofahrer sie überholen. Die Stadtverwaltung prüft nun, ob der Engelbosteler Damm die Voraussetzungen für eine Fahrradstraße erfüllt. Die wichtigste: Der Radverkehr muss überwiegen und sollte bei rund 50 Prozent der Verkehrsarten liegen. Dazu wird es Verkehrszählungen geben, außerdem schätzt die Polizei die Situation ein. Die Entscheidung liegt bei der Verwaltung. Der Rat ist nicht eingebunden, da es nicht um eine Hauptverkehrsstraße geht.

Die Verkehrssituation auf dem Engelbosteler Damm hat den Bezirksrat schon häufig beschäftigt. Nach dem U-Bahn-Bau bekam die Einkaufsstraße zwischen Christuskirche und Kopernikusstraße großzügige Fußwege, die die Ansiedlung von Gastronomie mit Außenbewirtschaftung begünstigt haben. Seit der Neugestaltung teilen sich Radfahrer und motorisierter Verkehr eine relativ schmale Fahrbahn. Die Idee dabei: Die Radler sollten zur Entschleunigung in der Tempo-30-Zone beitragen. Das geht nach Einschätzung der Politiker allerdings nicht auf. Radfahrer fühlen sich häufig dazu gedrängt, Autos bei Überholmanövern Platz zu machen, betont Winter. Durch Gegenverkehr und in der zweiten Reihe haltende Lieferfahrzeuge komme es regelmäßig zu gefährlichen Situationen.

Mit dem Status einer Fahrradstraße wäre eindeutig geklärt, dass der Vorrang auf dem Engelbosteler Damm beim Radverkehr liege, so hoffen die Politiker. Außerdem setzen sie darauf, dass der Durchgangsverkehr stärker als bisher den Weidendamm nutzt. Diese Landesstraße ist im Verkehrskonzept Nordstadt dafür auch vorgesehen. Der Antrag bezieht auch den nördlichen Engelbosteler Damm ein. Dort ist der Autoverkehr gering, dennoch sind auf den schmalen Bürgersteigen Radwege angelegt. Eine Veränderung könnte zur wirtschaftlichen Belebung beitragen, schätzen die Politiker.

Rund 40 Gewerbetreibende rund um Christuskirche und südlichen E-Damm stellen sich hinter den Beschluss des Bezirksrats. Sie treibt auch die Furcht vor einem neuen langwierigen Umbau der Straße. „Das würde die Existenz der Geschäfte am meisten belasten“, betont Spandau-Betreiber Heiko Heybey. Autoverkehr und Parkplätze seien wichtig für ihre Betriebe, betonen die Geschäftsleute in einer gemeinsamen Erklärung. Es sei allerdings von großem Vorteil, wenn der Verkehr langsamer fließe, damit weniger Konflikte entstehen. „Eine entspannte Atmosphäre ist wesentlich wichtiger für die Kundenzufriedenheit als eine hohe Geschwindigkeit“, sagt Heybey.

Die CDU hatte in einem eigenen, später abgelehnten Antrag den Bau von Radwegen gefordert. Zuvor hatte sie dazu Gewerbetreibende befragt. Ein Betreiber eines medizinischen Dienstes befürchtet Staus auf der Ausweichroute, dem Weidendamm, sollte die Fahrradstraße bewilligt werden. Die Straße sei bereits überlastet. „Wie sollen wir zu unseren Klienten kommen und sie zu uns? Wir stehen unter großem Zeitdruck.“ Er kündigte an, dass er Hausbesuche bei Pflegepatienten dann fallen lassen müsste.

Von Bärbel Hilbig

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