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Hannover Kommunen geraten bei Kitaplätzen unter Druck
Nachrichten Hannover Kommunen geraten bei Kitaplätzen unter Druck
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14:07 24.10.2018
„Planungsdramatik“ im Kindergartenbereich: Versorgungsquote liegt nach langer Zeit wieder unter 100 Prozent. Quelle: dpa
Hannover

Der regionsweite Versorgungsengpass im Kindergartenbereich steigt weiter dramatisch an. Ursachen sind nicht allein die steigende Geburtenrate und der Zuzug von Familien mit Kindern. „Die Kommunen haben schon viel geschafft in den vergangenen Jahren – aber gerade die neuen Gesetzesänderungen wie die Beitragsfreiheit oder die veränderte Möglichkeit der Rückstellung von schulpflichtigen Kindern verstärken die Versorgungsengpässe vor Ort, die ohnehin schon durch den Bevölkerungszuwachs entstehen“, betonte die Sozialdezernentin der Region, Andrea Hanke. „Die Prognosen zeigen, dass die Schaffung und der Ausbau neuer Betreuungsplätze – besonders im Kindergartenbereich – weiterhin Priorität haben müssen“, erklärte Hanke im Jugendhilfeausschuss der Region.

Allein in dem vergangenen Jahr ist die Anzahl der Null- bis Fünfjährigen im Zuständigkeitsgebiet der Region um 675 auf insgesamt 24.763 Kinder gestiegen. Somit ist auch der Bedarf an zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen unverändert hoch: Aktuell fehlen rund 450 Krippenplätze und rund 290 Kindergartenplätze in den 16 Kommunen, in denen die Region Jugendhilfeträgerin ist. Und der Bedarf an Plätzen wird weiterhin steigen. Das geht aus dem Bericht der Kindertagesbetreuung 2017-2018 hervor, den die Regionsverwaltung im Jugendhilfeausschuss vorgestellt hat. Die Region rechnet damit, dass bis 2020 zusätzlich 2000 Kindergartenkinder untergebracht werden müssen. Da Eltern jetzt bis zum 30. September eines Jahres entscheiden können, ob sie ihr Kind zur Schule schicken, befürchten die Zuständigen in der Region eine regelrechte „Planungsdramatik“.

So betrug zum Stichtag am 1. März 2018 die Krippen-Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren durchschnittlich 36,7 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (36,8 Prozent) nahezu gleich geblieben. Laut Prognose wird diese Quote zum Ende des Kita-Jahres 2019/2020 allerdings weiter ansteigen – auf 41,7 Prozent. Obwohl die durchschnittliche Versorgungsquote im Kindergartenbereich im gleichen Zeitraum gestiegen ist – auf 98,1 Prozent (im Vorjahr: 96,9 Prozent), – ist bis zum Ende des Kita-Jahres 2019/2020 nach derzeitigem Stand mit einem Rückgang auf 94,7 Prozent zu rechnen.

„Die Kommunen stehen im Kindergartenbereich doppelt unter Druck, weil es nicht nur darum geht, neue Plätze zu schaffen, sondern auch darum, ausreichende Betreuungszeiten zu sichern,“ so Hanke. Nach wie vor gibt es große Unterschiede zwischen dem Krippen- und dem Kindergartenbereich bei der Dauer der Betreuung: Während 92 Prozent der Krippenkinder dreiviertel des Tages oder ganztags betreut werden, liegt die Quote der Dreiviertel- und Ganztagsbetreuung im Kindergarten mit 70,2 Prozent deutlich darunter. „Wir werden auch weiterhin mit den Kommunen gemeinsam alles daran setzen, den flächendeckenden Ausbau von Betreuungsplätzen voranzubringen. Mit Instrumenten wie der neuen Kita-Baukostenförderung sind wir auf dem richtigen Weg“, sagte Hanke.

Die Regionsverwaltung will die Baukostenzuschüsse für neue Kita-Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren um fast 100 Prozent erhöhen. Statt wie bisher mit rund 2800 Euro pro Platz können Träger künftig mit 5300 Euro pro Platz rechnen. Mit der neuen Baukostenverordnung sollen neue Anreize geschaffen werden, den Kita-Ausbau voranzutreiben. Vom Land gibt es – anders als bei Krippenplätzen – derzeit keinerlei Förderung für den Ausbau von Kindergartenplätzen.

Von Susanna Bauch“

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