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Hannover Darum sind heute so viele Westfalen in der Stadt
Nachrichten Hannover Darum sind heute so viele Westfalen in der Stadt
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00:22 03.06.2018
Zu heiß zum Shoppen? Am Vormittag bleibt die Innenstadt trotz Fronleichnam erstmal recht leer. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die 19-jährige Pia weiß genau, wo sie hin will: „Lush, das gibt es Biokosmetik, hergestellt ohne Tierversuche, und zu Primark, der Laden ist hier schöner als der in Bielefeld.“ Mit ihrer Mutter Heike Reemts und ihrem Bruder Lucas (16) ist sie aus Bad Oeynhausen am Donnerstagmorgen zum Einkaufen nach Hannover gekommen. Denn zu Hause in Nordrhein-Westfalen ist Feiertag, und da haben die Geschäfte geschlossen. Heike Reemts freut sich einfach über „ein bisschen gemeinsame Familienzeit“, Lucas will nicht unbedingt shoppen, ist aber trotzdem mitgekommen. Ein Stück Pizza für alle gehört zum Familienausflug dazu.

Evelina Tolpina ist mit einer Gruppe von rund 20 Nachbarn aus Eschwege (Nordhessen), die Jüngste ist erst 5, die Älteste schon 66 Jahre alt. Sie wollen den Roten Faden abgehen. In Hannover sei alles so schön zentral vom Bahnhof aus erreichbar, sagt sie. Ein Teil der Gruppe guckt sich lieber Sea Life an, und die Jugendlichen haben sich auch abgesetzt, um auf eigene Faust unterwegs zu sein. Der Ausflug nach Niedersachsen hat für die Eschweger Tradition am Fronleichnamstag: „Letztes Jahr waren wir in Goslar.“

Daniel Schneider (45) aus der Nähe von Frankfurt hat schon zweieinhalb Stunden Zugfahrt hinter sich. Nach einem Arztbesuch in einer Spezialklinik (“bei uns haben die Ärzte ja auch geschlossen“) will die Familie sich noch ein bisschen in der Innenstadt angucken und einen Einkaufsbummel machen. Auch Schneider schätzt, dass in Hannover alles so nah und schnell erreichbar sei. „Weite Wege gibt es nicht.“

Schülerinnen treffen sich in der Stadt

Agnieszka (16), Marieke (16), Hannah (16) und Charlotte (15) sind zwar aus Hannover, haben aber trotzdem schulfrei. Die Zehntklässlerinnen besuchen die katholische St. Ursula-Schule. Am Bahnhof warten sie noch auf eine Freundin. Und dann? Die Mädchen kichern. „Wissen wir auch noch nicht so genau,“, meint Marieke. „ Dann gehen wir erstmal los“, sagt Hannah und zeigt Richtung Kröpcke.

Patrick Ackermann (36) aus Köln hat seinen Einkauf schon erledigt. Er freut sich über den Feiertag, so kann er gleich mehrere Tage bei seiner Freundin in Hannover verbringen. Was er an der Stadt mag? „Einkaufen kann man hier genauso gut wie in Köln, und es gibt noch einen Erstliga-Verein.“ Für stundenlanges Shopping sei es aber zu warm, das Paar will den Rest des Tages lieber in der Natur oder beim Schwimmen verbringen.

An guten Tagen kommen 200.00 Besucher

An guten Tagen kämen schon mal 200.000 Besucher aus Ländern mit dem katholischen Feiertag zum Shoppen nach Hannover, sagt Martin Prenzler von der Citygemeinschaft, an diesem Tag werden es vermutlich deutlich weniger werden: „Wir sind vermutlich Opfer des guten Wetters, da zählen Garten, Grillen und Baggersee mehr als das Einkaufen.“ Für Geschäftsleute sollte Fronleichnam am besten Einkaufswetter herrschen, und das sind nicht 30 Grad und blauer Himmel, sondern „20 Grad, leicht bedeckt, aber kein Regen.“ Kühleres Wetter hätte für bessere Umsätze gesorgt, sagt Prenzler, am Ende seien über den Tag verteilt wohl 180.000 Besucher gekommen: „Wir hätten uns mehr gewünscht.“

Von Saskia Döhner

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